Interessengemeinschaft Dabel : „Wir wollen hier keinen Boulevard“

Erste Zusammenkunft der „Mattenstieger“ am Dienstagabend im Dabeler „Borstel-Treff“.
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Erste Zusammenkunft der „Mattenstieger“ am Dienstagabend im Dabeler „Borstel-Treff“.

Dabeler Bürger gründeten „Interessengemeinschaft Am Mattenstieg“.

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10. Januar 2018, 21:20 Uhr

Die Straße „Am Mattenstieg“ misst ca. 470 Meter. Nach 25 Jahren soll sie erneuert werden, wie und in welcher Form, ist ergebnisoffen. Auf der Gemeindevertretersitzung Mitte Dezember einigte man sich nach intensiver Erörterung auf die Formulierung „Sanierung ab 2019“. Die seinerzeit verworfene Amtsvorlage mit der Wortwahl „Ausbau“ hätte unweigerlich Anliegerbeiträge zur Folge gehabt. (SVZ berichtete). Zudem wurde eine frühzeitige Bürgerbeteiligung zugesichert.

Doch die Betroffenen wollen nicht abwarten, bis der Planer die in Auftrag gegebene Planung vorlegt, sondern sich als „außerparlamentarische Straßeninitiative“ mit einbringen. Dienstagabend trafen sich 24 Bürger im Kur- und Landhotel Borstel-Treff auf Einladung der Ärztefamilie Dr. Brandt. Nach 100 Minuten lebhafter Diskussion stand die Gründung einer „Interessengemeinschaft Am Mattenstieg“ fest – samt ihrer drei Sprecher Dr. Rainer Brandt, Werner Küster und Peter Spangenberg. „Wir wollen konstruktiv mitarbeiten, das ist unser Credo“, verkündete Zahnarzt Dr. Brandt. Zugleich steckte er Pflöcke ab und forderte „gleiches Recht wie am Herrenweg“, ein.

Die Straße „Am Mattenstieg“ ist knapp 470 Meter lang.  Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
Die Straße „Am Mattenstieg“ ist knapp 470 Meter lang. Grafik: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
 

Dort wird – zum Hintergrund – die Straße aktuell saniert im Gegensatz zum parallel laufenden Ausbau der Straße Zu den Achtertannen. Und damit fallen bei Letzterer Anliegerbeiträge an. Und das will die neu gegründete Initiative für den Mattenstieg unbedingt verhindern. Einig waren sich die Anwesenden auch, dass es keinen zweiten Bürgersteig bedürfe. „In 20 Jahren hat es hier nie einen Unfall mit Fußgängern gegeben“, stellte Karl Peters fest. Zu den in der Gemeinde favorisierten Plänen der Straßenerweiterung auf fünf Meter Breite plus einen zweiten Gehweg meinte der Seniorchef von Metallbau Peters: „Wir wollen hier keinen Boulevard, wollen das Dörfliche behalten.“ Ein zweiter Gehweg wird auch wegen der 30er-Zone nicht als notwendig erachtet. Allgemeinmedizinerin Dr. Elke Brandt verwies in dem Zusammenhang auf die Argumentation beim Ausbau Zu den Achtertannen. Hier wurde der von Brandts vehement eingeforderte Gehweg mit dem Hinweis auf die 30er-Zone abgelehnt (wir berichteten). „Und nun soll ein zweiter Gehweg Am Mattenstieg her?“, fragte Dr. Elke Brandt.

Dringende Veränderungen bei der Mattenstieg-Straße sieht die Interessengemeinschaft allerdings durchaus: bei der Straßenbeleuchtung „gerade im Bereich Schule/Apotheke/Arztpraxis“ und der Umstellung auf LED-Technik sowie unter anderem bei der unzureichenden Regenentwässerung „in der Senke nördlich der Apotheke“.

Zudem beruft sich die Initiative bei ihren Argumenten auf den „Integrierten Landesverkehrsplan“ vom Februar 2016. Danach gebe es in MV einen „fortschreibenden Substanzverlust“. Erhebliche Mittel ließen sich einsparen, heißt es da, „wenn die Bereitschaft zu Standardanpassungen bei Bau und Unterhaltung weniger genutzter Straßen besteht“. Es gehe darum, „den in Deutschland praktizierten Hang zu Perfektionismus und optimalen Lösungen einzugrenzen und im Rahmen des rechtlich Zulässigen am Bedarf orientierte Standards zu ermöglichen.“

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