TSG Warin : Wir wollen elf Freunde sein

Für besondere Verdienste um den Verein dankte TSG-Vorsitzender Björn Griese Peter Wilke, Doreen Kloss, Heinz Engel, Frank Ridder, Siegfried Molter, Vera Aschert und Karl-Ludwig Nedel (v.r.).
Für besondere Verdienste um den Verein dankte TSG-Vorsitzender Björn Griese Peter Wilke, Doreen Kloss, Heinz Engel, Frank Ridder, Siegfried Molter, Vera Aschert und Karl-Ludwig Nedel (v.r.).

50 Jahre Turn- und Sportgemeinschaft gefeiert – ein Blick in die Geschichte

von
09. Juli 2018, 12:00 Uhr

Heinz Engel gehört zu den Mitbegründern der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Warin. Er war Fußballer – „ich hab mit 17 bei Einheit Warin gespielt“, war Trainer und Vereinsvorsitzender. Der 87-Jährige kommt bis heute gern auf den Sportplatz, wenn die Wariner spielen und erst recht am Sonnabend, als sein Verein das 50. Gründungsjubiläum feierte. „Die Verbindung ist immer geblieben. Man trifft sich, erinnert sich“, sagt Heinz Engel.

Dem TSG-Vorsitzenden Björn Griese erfüllte er einen Wunsch, in dem er ihm die Texte zweiter Lieder übergab, die er in seiner aktiven Zeit für die Mannschaft geschrieben hatte: „Wir wollen immer elf Freunde sein“ und „Rot auf Weiß“. In Letzterem hat Engel ein Schalkelied auf Warin umgemünzt. Rot ist die Farbe der TSG, Weiß von „Einheit“, wie der Verein von Anfang 1950 bis 1963/64 geheißen hatte. „Wir sind auf einem Lkw von der LPG zu den Spielen gefahren. Es wurde früher immer gesungen, ob wir gewonnen oder verloren haben. Wenn wir durch Sternberg kamen, haben wir besonders laut gesungen und die fragten sich dann, ob wir schon wieder gewonnen haben“, erzählt der 87-Jährige schmunzelnd. Leider sei Singen heute Geschichte, sagt er bedauernd.

Auch Frank Ridder, Vorsitzender des FC Seenland, kam zum Jubiläumsfest mit einer Überraschung. Er hatte in der Zeitung gelesen, dass die TSG die Gründungsurkunde vom 13. Januar 1968 suche. Die war bei dem Brand des ersten Sportlerheims in den 1970er-Jahren angekokelt worden, konnte aber gerettet werden, erzählt er. „Wir haben sie damals gleich laminiert“, sagt Ridder, der auch viele Jahre den Vorsitz der TSG inne hatte.

„Unsere Fußballer haben vor etwa einem Jahr einen neuen Verein gegründet, den FC Seenland“, erinnerte Björn Griese in seiner Eröffnungsrede. Es habe ein dreiviertel Jahr gebraucht, um „mit den Finanzen sauber auseinander zu kommen. Es war ein Kraftakt“. Dabei seien auch die Volleyballer eingebunden gewesen, so dass es in diesem Jahr keine Neuauflage des Traditionswettkampfes gäbe. „Wir sind guter Dinge, das 2019 wieder hinzubekommen und hoffen auf Unterstützung von Stadt und FC Seenland.“

Die TSG zählt heute mehr als 100 Mitglieder. Neben den Abteilungen Volleyball, Gymnastik und Basketball gibt es neu wieder Tischtennis. Und „wir machen aktive Jugendarbeit.“ Es sei klasse, zu sehen, wie viel Bock Dritt- und Viertklässler auf Sport haben.

Die Wurzeln der TSG gehen weiter zurück als 50 Jahre. Die Wariner Zeitung habe 1910 über die Gründung des Wariner Fußballclubs Concordia und ein erstes Spiel gegen Bützow berichtet. 1922 sei der Platz entstanden und die Stadt habe einen zweiten Ball finanziert, nach dem der erste und einzige in einem Spiel kaputt gegangen sei. Auch die Traditionsfahne des Arbeiter- und Turnvereins, die heute im Sportgebäude ihren Platz hat, gehe auf diese Zeit zurück. Der Arbeiter- und Turnverein wurde 1933 von den Nazis verboten, die Fahne konnte, weil unter dem Dielenboden versteckt, gerettet werden.

Der 1. Sportplatz wurde 1922 auf dem Syringa-Gelände angelegt, erinnerte Björn Griese und auch an die verschiedenen Namen des Vereins wie „Einheit“, „Vorwärts“, Traktor Labenz - Warin und Aufbau Ventschow - Sternberg. Neben Handball und Fußball haben auch Boxen, Schach, Gymnastik, Turnen, Tischtennis und Basketball eine Geschichte im Wariner Vereinsleben. Und es gab sogar einmal einen Spielmannszug.

Nach dem Brand des ersten Sportlerheimes aus Holz und mit Schilfdach wurde später das jetzige massive Gebäude errichtet.

Zu 50 Jahren TSG gehören auch mehr als 40 Jahre Partnerschaft mit dem tschechischen Štetí. Bis heute gäbe es regelmäßige Treffen und Fußballspiele.

Dass die „Verselbstständigung der Fußballer letztendlich in ruhige Bahnen gekommen“ sei, daran hätten Björn Griese und Doreen Kloss großen Anteil, dankte beiden Bürgermeister Michael Ankermann. Und „wenn die Abteilung Tischtennis noch eine Platte braucht, gibt es die zum 50. von der Stadt“, erklärte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen