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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. August 2017 | 16:46 Uhr

Wendorf : „Wir sind hier kein Ponyhof“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Maximilian Gräfe ist der neue Chef der Pferdesportarena in Wendorf / An der Reithalle wird ebenso noch gewerkelt wie am Pferdestall.

Irgendwie muss ihm alles noch wie ein Traum vorkommen. Maximilian Gräfe, 21 – seit vergangenem Oktober ist der aus Zörbig bei Halle/Saale Stammende Chef der Pferdesportarena auf dem Gelände des 5-Sterne-Schlosshotels Wendorf.

Um das Jahr 1220 erstmals urkundlich belegt, gehörte das Areal lange Zeit dem Grafengeschlecht derer von Schack – in Schwerin erinnert die Graf-Schack-Allee an die Dynastie. Und im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich denn auch gleich 31 Eintragungen von Töchtern der von Schacks von 1722 bis 1908 u.a. aus Wendorf, Groß Raden, Ventschow und Retgendorf.

Bis zum 2. Weltkrieg in Privatbesitz, wurde das Schloss dann seit 1945 als Kinder- und Jugendheim genutzt. Ab 2000 leer stehend, erwarben die Wiener Udo M. und Monika Chisteé den Komplex und verwandelten das Ganze von 2004 an bis zur Eröffnung fünf Jahre darauf in ein Schlosshotel. Mit einer angeschlossenen Reitanlage. Udo M. Chisteé hat ein Faible für den Pferdesport.

Nach Derbysieger Thomas Kleis, heute mit eigener Anlage in Gadebusch, und Sandro Junghans, inzwischen in Sternberg, ist Gräfe nun der dritte Pferdeverantwortliche.

Der Sachsen-Anhaltiner ist zwei Jahre lang im holsteinischen Borstel beim Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von 1988, Karsten Huck, durch eine wirklich excellente Schule gegangen. Seit 2012 steht auf Gräfes Visitenkarte „Pferdewirt mit klassischer Reitausbildung“.

Für Wendorf hat er sich übrigens selbst beworben. „Ich hatte gehört, dass es hier nur noch einen Bereiter gab. Da habe ich Herrn Chisteé angerufen und nachgefragt.“

Und so ist Max, wie Maximilian auf der Anlage kurz genannt wird, Herr über vier Pferdesportarena-Mitarbeiter sowie aktuell 24 edle Vierbeiner. Sein bestes Pferd im Stall ist die 7-jährige Holsteiner Stute La Dolce Vita, auf die Gräfe und Chisteé große Stücke setzen. An Wochenenden ist der 21-Jährige häufig auf Springturnieren unterwegs. Doch die Arbeit auf dem weitläufigen Schlosshotel-Gelände erfordert viel mehr von ihm – nicht zuletzt muss er auf die Wünsche der reitambitionierten Schlosshotel-Kundschaft eingehen.

„Wir sind hier kein Ponyhof!“, kommt als prompte Antwort auf die Frage, ob der Gast, welcher eine Suite gebucht hat, auf einem Pferd der Anlage reiten könne? „Das Pferd muss man schon mitbringen.“ Zur Schlosshotel-Saisoneröffnung vom 14. bis 17. April kostet die Drei-Tage-Übernachtung mit allem Drum und Dran zwischen 390 und 590 Euro. Mit Pferd „im Gepäck“ erteilt Gräfe Unterricht. Auf dem Reitplatz oder in der nach wie vor nicht ganz fertig gestellten imposanten Halle mit seiner Reitfläche von 27x65 Metern. Diese Woche wurde gerade der WLAN-Anschluss gelegt, auch die feste Tribüne an der einen Stirnseite fehlt z. B. noch. Aber geritten werden kann darin bereits seit einiger Zeit.

Nach der kurzfristigen Absage des für November 2013 angekündigten Hallenturniers plant Gräfe nun ein kleineres für 2015 – als Einstieg. Denn erst einmal soll der direkt an der Halle grenzende Stall mit den 30 Pferdeboxen bis Sommer fertig werden. „Jede Box ist mit einem Fenster nach draußen versehen. Dies ist heutzutage angesagt“, bemerkt Gräfe. Später sollen hier auch Berittpferde einziehen. „Reklame muss man nicht machen. Wenn man seinen Job gut macht, kommen die Leute schon“, lautet eine seiner Maximen. Maximilian Gräfe will auf Schloss Wendorf noch vieles erreichen. Mit seiner auffallend ruhigen Art macht er den Eindruck: Der Mann weiß, trotz seiner erst 21 Lenze, was er will.

 

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erstellt am 06.Apr.2014 | 07:00 Uhr

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