Direktkandidat in Nordwestmecklenburg : Will mehr direkte Demokratie

Claus Adamoschek will für die Partei Freie Wähler in den Schweriner Landtag einziehen.
Foto:
Claus Adamoschek will für die Partei Freie Wähler in den Schweriner Landtag einziehen.

Claus Adamoschek aus Grevesmühlen kandidiert im Wahlkreis 28 für die Partei Freie Wähler.

svz.de von
31. August 2016, 12:00 Uhr

Am 4. September sind Landtagswahlen. Im Wahlkreis 28 Nordwestmecklenburg II, der die Gemeinde Insel Poel sowie die Ämter Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Gadebusch, Lützow-Lübstorf, Neuburg und Neukloster-Warin umfasst, wollen acht Direktkandidaten die meisten Stimmen erringen und so direkt in den neuen Landtag einziehen (siehe nebenstehende Liste).

SVZ stellt sie vor – heute Claus Adamoschek, der für die Partei Freie Wähler in den Landtag einziehen will.

Die 15-köpfige Landesliste der Freien Wähler ordnet Claus Adamoschek den wenig aussichtsreichen elften Rang zu. Auch die Direktkandidatur scheint wenig hilfreich, ihn in den Landtag einziehen zu lassen. „Wir haben starke Konkurrenten – nicht zuletzt die AfD,“ macht er sich deshalb kaum Hoffnungen. Nicht, dass die politischen Positionen der Rechtspopulisten mit denen der Freien Wähler übereinstimmen oder gar
eine Zusammenarbeit mit ihnen denkbar erscheine. „Durch die AfD gehen uns aber wertvolle Wählerstimmen verloren.“ Die Freien Wähler fordern mehr Investitionen in das Bildungs- und Gesundheitswesen und in die Integration von Flüchtlingen, die Sanierung der Trinkwasserversorgung, kostenfreie Kindertagesstätten oder die Stärkung
einer wohnortnahen Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen oder Nahverkehr.

„Die Bürger vor Ort müssen viel von dem ausbaden, was auf höherer Ebene verbockt worden ist.“ Der soziale Wohnungsbau müsse stärker gefördert werden und auch die Sanierung von Altbauten.

Starke Befürworter des Wahlprogramms fanden sich laut Claus Adamoschek jüngst in Warin, Dorf Mecklenburg oder Lützow. Auch die Forderung nach größerer Bürgerbeteiligung bei politischen Entscheidungen scheine zu fruchten. „Wir wünschen uns mehr direkte Demokratie, mehr Mitspracherecht und mehr Mitwirkungsmöglichkeiten.“

Für das ehrenamtliche Engagement und die aktive Bürgerhilfe bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme könne die überforderte Bürokratie mehr als heilfroh und dankbar sein. „Die Freien Wähler werden alle Anstrengungen unterstützen, um Flüchtlinge möglichst schnell zu integrieren.“ Hilfreich dabei könnten Flüchtlingslotsen und Integrationsbeauftragte sein. Zugleich müsse das Asylrecht dahin gehend geändert werden, dass bei schweren Straftaten keine Anerkennung erfolgen könne, forderte Adamoschek. Parallel zum Engagement für Flüchtlinge müsse aber auch Einheimischen durch den Dschungel der Sozialgesetzgebung geholfen werden. „Die Freien Wähler fordern, an Arbeitsämtern und Jobcenter Ombudsstellen zu schaffen.“ Arbeitslosengeld und Sozialhilfe müssten durch eine allgemeine Grundsicherung ersetzt werden. „Dabei muss jeder so viel hinzu verdienen dürfen, dass er wieder auf die Beine kommt.“

Als die Freien Wähler sich zu einem Landesverband formierten, um von einer
losen Vereinigung zu einer Partei zu werden, zählte Adamoschek zu ihren Gründungsmitgliedern. Heute führt der studierte Sozialpädagoge den Vorsitz des Kreisverbands. Er wurde 1952 in Leipzig geboren, lebt aber schon seit 1979 in Grevesmühlen. Er ist geschieden und allein erziehender Vater eines elfjährigen Sohns.  


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen