Gross Raden : Wikinger kuscheln in Wolle

Schlaflager mit Wolldecken in einem Wikingerzelt in Groß Raden mit Jonas Darou (r.) mit Arne-Ulf Arndt
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Schlaflager mit Wolldecken in einem Wikingerzelt in Groß Raden mit Jonas Darou (r.) mit Arne-Ulf Arndt

Akteure des mittelalterlichen Markttreibens im Freilichtmuseum Groß Raden lassen sich durch das kühle Wetter nicht abschrecken

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31. März 2018, 05:00 Uhr

Ostern mit kalten Nächten im Wikingerzelt: Die Akteure der mittelalterlichen Lagerei in Groß Raden lassen sich durch winterliche Temperaturen nicht aus der Ruhe bringen.

Es helfe Wolle, ganz viel Wolle, sagte am Karfreitag Chris aus Rostock in mittelalterlicher Tracht. Regelmäßig ist sie zu Ostern im Archäologischen Freilichtmuseum. Es gab Osterfeste, da brauchte sie keine Wolle. In einem Jahr musste sie aber erst einmal Schnee schaufeln, um das Zelt aufzustellen.

„Wolle, Wolle, Wolle“, sagte auch Jörg, der seit 2012 die Lagerei koordiniert. Sein Bett im Zelt: „Eine Schaffelldecke unter mir, drei darüber.“ Und sein Hund ist nahe. Aber eigentlich wärme sich der Hund eher an ihm. 50 Akteure haben sich in diesem Jahr für das Oster-Lager angemeldet. Das sind weniger als in Vorjahren. Etliche fallen wegen Krankheiten aus.

Anja Welschhoff aus Nordrhein-Westfalen ist gekommen - wie seit vielen Jahren. Zusammen mit Guido Jäckel und der vierjährigen Mila. Wegen der Kleinen schläft die Familie dieses Jahr bei der Kälte lieber im Auto. Tagsüber sind sie am Zelt. Beim Aufstellen mussten sie Schnee beiseite schaffen und haben einen Schneemann gebaut. Leider zu dicht an der Feuerstelle. In der Karfreitagssonne war das Männchen schon viel kleiner. Man gewöhne sich an die Temperaturen, wenn man die ganzen Tag im Freien ist, sagt Anja Welschhoff.

Das Museumsteam verzichtet auf das Zelten. Sie sei froh, wenn sie abends nach Hause und ein heißes Bad nehmen kann, sagt Leiterin Heike Pilz. Sie freut sich: Das Freigelände des Museum ist nach dem Winter wieder belebt. Die Museumsmannschaft trifft viele Bekannte. „Durch die vielen Lager der letzten Jahre haben sich auch sehr enge Freundschaften entwickelt, und da ist die Freude um so größer, dass man sich endlich wiedersieht, denn viele nehmen einen sehr sehr langen Anfahrtsweg in Kauf, um unserem einzigartigen Museum einen aktiven mittelalterlichen Besuch abzustatten und uns damit zu unterstützen.“

Drei Fragen an: Heike Pilz, Leiterin  Archäologisches Freilichtmuseum

Im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden ist bis einschließlich Ostermontag - geöffnet jeweils von 10 bis 17.30 Uhr - ein mittelalterliches Handwerks- und Handelstreiben zu erleben. SVZ sprach mit Museumsleiterin Heike Pilz.

Zu Ostern gibt es viele  Mitmachangebote in Groß Raden. Was sollten sich Besucher dabei nicht entgehen lassen?
Ein Bonbon in diesem Jahr ist natürlich, dass wir im Ausstellungsgebäude unsere neue Ausstellung „Blutiges Gold - Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ zusätzlich präsentieren können und der Besuch Groß Radens sich dann auch doppelt lohnt für den Ostertouristen.

Es ist der erste Saisonhöhepunkt im Archäologischen Freilichtmuseum. Sagen Sie uns drei Termine, auf die sich Besucher besonders freuen können?
Die nächsten großen Mittelalterlager sind dann erst am Himmelfahrtswochenende und zu Pfingsten und dann wäre noch die Museumsnacht im Juli zu empfehlen.

Sie sind seit vielen Jahren Museumsleiterin. Wo ist eigentlich ihr Lieblingsplatz auf dem Areal?
Wenn ich denn könnte - natürlich nicht in der Arbeitszeit wegen der Vorbildrolle - liebe ich den Bootsanlegerplatz am Wasser in der Nähe des Burgwalls mit dem Blick über den See, die Stille dort, da ich die Nähe am Wasser sowieso schon immer genossen habe und Wasser eigentlich mein liebstes Element ist. Mein Sternzeichen ist Wassermann.

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