Sternberg : Wie weiter mit Heimatmuseum?

Winterruhe herrscht bis kommendes Frühjahr beim Sternberger Heimatmuseum in der Mühlenstraße.
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Winterruhe herrscht bis kommendes Frühjahr beim Sternberger Heimatmuseum in der Mühlenstraße.

Das Entwicklungskonzept für die Sternberger Einrichtung ist eines von 27 geförderten Projekten im Rahmen des neuen Leader-Programms.

svz.de von
26. November 2015, 17:44 Uhr

Seit diesem Monat ist Winterruhe angesagt beim Sternberger Heimatmuseum in der Mühlenstraße 6. Kommendes Frühjahr öffnet es wieder seine Tür. Dann erwarten die Mitarbeiterinnen Rosemari Hassel und Antje Kühl, die auf Zuverdienstbasis stundenweise hier tätig sind, wieder Einheimische und Touristen aus nah und fern.

„Sie machen es hervorragend. Dank, dass sich beide Frauen gefunden haben“, so Bürgermeister Jochen Quandt. Zugleich ist ihm bewusst, dass der Museumsbetrieb auf finanzieller Sparflamme – die Stadt konnte sich die einst hauptamtlichen Mitarbeiterinnen einfach nicht mehr leisten – kein Nachhaltigkeits-Modell sein kann.

Seit Jahren wird diskutiert, ob und wie es mit dem geschichtlichen Gedächtnis der Stadt weitergehen kann. Bürgermeister Quandt benannte jetzt gegenüber SVZ drei Komplexe:

1. Wie können wir das Museum attraktiver gestalten?

2. Wie lassen sich Synergieeffekte mit anderen Museen erzielen – etwa mit dem Kutschenmuseum Kobrow oder mit Groß Raden? Und Goldberg oder Plau haben ja auch Museen…

3. Es wird eine grobe Bedarfsanalyse für bauliche Veränderungen benötigt. „Am Ende ist es Sache der Stadtvertreter zu entscheiden: Können wir es uns leisten oder nicht?“, so Quandt.

Dazu soll jetzt ein Entwicklungskonzept erstellt werden. Das Sternberger Heimatmuseum wurde als eines von insgesamt 27 Projekten für die Leader-Region Warnow-Elde-Land aufgenommen, die den Altkreis Parchim umfasst.

Das Leader-Programm wird finanziert mit EU-Mitteln des „europäischen Fonds für ländliche Entwicklungsräume“. Die jetzige EU-Förderperiode geht von 2015 bis 2222. Da laut Quandt in diesem Jahr aber noch die Richtlinien dazu fehlten, umfasse die erste Leader-Scheibe für die 27 Projekte Gelder der Jahre 2015/16. Insgesamt wurde ein Finanzvolumen von rund zwei Millionen Euro gebunden.

„Über 100 Projekte sind eingereicht worden“, so Jochen Quandt, der Leiter der Leader-Arbeitsgruppe in der Region Warnow-Elde-Land ist. „Nach einer Punktewertung waren 29 in einer bestimmten Reihenfolge übrig geblieben.“ Bei den abschließenden formgerechten Anträgen fielen schlussendlich zwei noch raus. Zugleich stellte Sternbergs Bürgermeister klar, dass „alle eingereichten Projekte förderfähig waren, aber bis auf die 27 zurückgestellt wurden“. Quandt hofft, dass noch in diesem Jahr mit dem Entwicklungskonzept „begonnen werden kann und wir spätestens im kommenden Frühjahr, März/April, Unterlagen auf dem Tisch haben“.

Zunächst muss aber der Zuwendungsbescheid des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) als Fördermittelgeber abgewartet werden. Dann wolle man in Sternberg drei Angebote von auf Untersuchungen in Museen spezialisierte Einrichtungen einholen. Das könnte z. B. Biota aus Bützow sein, die laut SVZ solch eine Studie bereits fürs Goldberger Heimatmuseum gemacht hat.

Weitere bewilligte Förderprojekte sind beispielsweise der Erhalt und die sinnvolle Nutzung von Streuobstwiesen in den Naturparkregionen Sternberger Seenland sowie Nossentiner/Schwinzer Heide oder die Umsetzung der „Mecklenburger Bienenstraße“ – einem Leitprojekt in der Entwicklungsstrategie der LAG Warnow-Elde-Land – sowie das Bienenprojekt des Sternberger Vereins „Dialog+Action“.

Der größte Anteil des beschlossenen Budgets entfällt auf Projekte, die darauf zielen, die Lebensqualität in den Gemeinden der Leader-Region trotz demografischen Wandels zu erhalten. So wird etwa der barrierefreie Zugang zur Brüeler Kirche gefördert.  

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