Witzin : Wie weiter mit dem Waschbären?

Waschbären breiten sich auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim weiter aus.
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Waschbären breiten sich auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim weiter aus.

In diesem Jahr bereits 16 dieser Raubtiere von Jägern im Witziner Gebiet erlegt, Beobachtung: Fataler Rückgang von Wasservögeln

svz.de von
08. August 2018, 20:45 Uhr

Niedlich sind ja die unfreiwillig eingebürgerten Waschbären anzusehen. Sind sie aber auch in unserer heimischen Natur willkommen?

Nur ein Beispiel von Beobachtungen und Registrierungen des fatalen Rückganges von Wasservögeln auf ausgewählten Seen in und um Witzin könnte den Schluss zulassen: Die enorm zugenommene Population des Waschbären könnte ein Grund sein, dass der Rückgang beziehungsweise das totale Verschwinden von Wildenten aller Art, Wildgänsen, Wasserrallen, Blesshühnern und sogar Schwänen sein könnte. Der Ruf der Rohrdommel wurde vor zwei Jahren letztmalig vernommen.

Private statistische Erhebungen belegen, dass der Rückgang der Wasservogel-Population doch in irgendeinem Zusammenhang mit der stark steigenden Zunahme der Art der Waschbären zu tun haben muss. Wurden von den Jägern in einem begrenzten Witziner Gebiet im ganzen vergangenen Jahr insgesamt 17 Waschbären zur Strecke gebracht, so sind es 2018, schon nach sechs Monaten, bereits 16 Tiere.

Ein Schwanenpaar erbrütete 2017 fünf Jungtiere, von denen keins überlebte. In diesem Jahr haben es von sieben Jungschwänen bis heute bereits vier geschafft, noch mit den Muttertieren auf dem Gewässer zu paddeln.

Wie lange noch? Untersuchungen belegen, dass der Waschbär vorwiegend vegetarische Nahrung zu sich nimmt. Wie ist es aber zu erklären, dass er auch gerne ausgelegte Fischkost noch vor den Süßfrüchten auswählt oder gar geräucherte Sprotten bevorzugt?

Der Waschbär wird in der Region zu einem Problem, und seine Zuwachsrate stieg allein in einem Jahr um 100 Prozent. Erdbeeren, Pflaumen und andere Süßfrüchte müssen heute schon in einigen Gärten mit dem Waschbären geteilt werden.

Wie wird es weitergehen? Gibt es eine politische Lösung, oder warten wir auf eine zoologisch-natürliche Befriedung wie beim Marderhund? Der hat sich selber durch die anfängliche Überentwicklung, dann doch durch Krankheiten auf ein Normalmaß reduziert.

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