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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 12:20 Uhr

Sternberg : Wie viel Imbiss verträgt die Stadt?

vom

Für schnelle Mahlzeit gibt es reichlich Auswahl in der Innenstadt und an Bundesstraßen. Jedem steht Anmeldung eines Gewerbes offen. Wie viel Mittagsimbiss Sternberg verträgt, bestimmen die Betreiber selbst.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2012 | 09:47 Uhr

Sternberg | "Imbiss offen" ist tagsüber an der Einfahrt zu EcoMotion aus beiden Richtungen zu lesen. Die zwei Schilder an dem Maschendrahtzaun wirken eher unscheinbar, doch größere Werbeflächen sind direkt an Bundesstraßen nicht erlaubt. Stefanie Hansen steht dort mit ihrem Imbisswagen am Rande einer asphaltierten Freifläche, ein wenig versteckt hinter sechs übermächtigen Tanks. Ihre ist die jüngste Gewerbe anmeldung dieser Art in der Region. Am 6. Februar war Eröffnung, "bei minus 26 Grad an dem Morgen". Deshalb werde sie dieses Datum wohl nie vergessen, sagt die 31-Jährige, die in Sternberg aufgewachsen ist. Trotz der klirrenden Kälte sei es jedoch ein guter Tag geworden. "Ich habe gut verkauft", weiß sie noch.

Die gelernte Verkäuferin hatte bis kurz zuvor in einem Schweriner Schmuck laden gearbeitet. Der ging in Insolvenz und damit ihr Arbeitsplatz verloren. Mit ihrem Lebensgefährten, Kraftfahrer bei EcoMotion, habe sie überlegt, dass auf dem Lkw-Parkplatz "etwas fehlt". Damit war gedanklich der Weg in die Selbstständigkeit vorgezeichnet. Der Imbissstand werde inzwischen "ganz gut angenommen", zeigt sich die junge Betreiberin zufrieden. Mitunter komme "gleich ein ganzer Schwung von drei, vier Lkw". Sie habe auch erfahren, dass Fahrer manchmal über Funk weitersagen, dass es diesen Imbisswagen gibt. Zu anderen Zeiten sei es wieder spürbar ruhiger. Sie habe den Schritt in die Eigenständigkeit dennoch keinen Tag bereut, sagt Stefanie Hansen mit Bestimmtheit.

Dabei haben Hungrige in Sternberg wochentags die Wahl, wenn sie auf die Schnelle essen wollen, sowohl in der Innenstadt als auch am Rande an den Bundesstraßen bis in die Umgebung. Das Fleischgeschäft am Markt und "Birgits Speiseservice" bieten jeweils bis zu drei Tagesgerichte an. Hinzu kommen der Döner um die Ecke und der Imbissstand auf dem kleinen Parkplatz an Mecklenburgring / Kleine Belower Furt, Thüringer Rostbratwurst in Holzendorf, Gulaschkanone in Weitendorf, Fleischer und zwei Döner in Brüel, Tankstellen und Bäckerläden mit heißen Würsten.

Wie viel Mittagsimbiss Sternberg verträgt, bestimmen die Betreiber selbst, sagt Eckardt Meyer, der Leiter des Ordnungsamtes. "In Deutschland besteht Gewerbefreiheit. Jeder, der die Bedingungen erfüllt, kann eines ausüben. Und wer ausreichend Zuspruch findet, wird am Markt bestehen", so Meyer. Eine Gewerbeerlaubnis werde nicht benötigt, lediglich zum Ausschank alkoholischer Getränke. Für einen Imbissstand müssten Gesundheits- und Führungszeugnis vorliegen sowie ein Auszug aus dem Gewerbezen tralregister, der bescheinigt, dass demjenigen nicht woanders gerade sein Gewerbe untersagt worden war. Das geschehe meist auf Antrag eines Finanzamtes. Wer bereits ein Gewerbe angemeldet hat, könne seine Angebotspalette beliebig erweitern. Handelt es sich um Lebensmittel, kontrolliert das Gesundheitsamt des Landkreises den Gewerbetreibenden regelmäßig. "Auch das Ordnungsamt schaut natürlich nach dem Rechten", fügt dessen Leiter an.

Die Fleischerei am Sternberger Markt hat gleich nach der Wende mit einem Mittagsimbiss begonnen. Das waren täglich wechselnde Eintöpfe, erinnern sich die Frauen, die schon seit Jahren hinter dem Tresen stehen. Daraus sei immer mehr geworden; heute sind es bis zu drei Mittags gerichte plus Soljanka und belegten Brötchen. Um die 50 Mahlzeiten, fast durchweg mecklenburgische Hausmannskost, würden pro Tag ausgegeben, mal mehr, mal weniger. Der Imbiss habe sich zum zweiten Standbein entwickelt und sei unverzichtbar geworden, sagt Sina Chaborski, Sie hat dort als Verkäuferin gearbeitet und das Geschäft zum 1. Januar 2011 übernommen.

Rita Senninger wechselte vor etwa fünf Jahren vom Parkplatz an der alten Mühle auf den an der Kleinen Belower Furt, als dieser Standort frei wurde. Hier habe sie deutlich mehr Laufkundschaft, in der nächsten Zeit wieder zahlreiche Urlauber und jetzt Schüler, die vor allem auf Hamburger stehen. Etliche Stammkunden kämen bereits zum Frühstück. Reich werde sie nicht von ihrem Imbissstand, sagt Rita Senninger gelassen, denn sie könne keine Großstadtpreise verlangen. Aber sie sitze nicht zu Hause, und das sei ihr ganz wichtig.

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