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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 22:47 Uhr

Salzwiese Sülten : Wie viel Besuch ist erwünscht?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Managementplan für europäisches Schutzgebiet „Binnensalzwiese Sülten“ wurde auf einem BUND-Treffen in Brüel vorgestellt

von
erstellt am 21.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Rund zwölf Hektar groß ist das europäische Schutzgebiet „Binnensalzwiese Sülten“ , für das im Auftrag des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburgs ein Managementplan aufgestellt wird. Nach Auslegung des Entwurfes erfolgt jetzt die Weitergabe   an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, erklärte Alfons Terhalle als Verfahrensbeauftragter. Er stellte   das Papier auf dem jüngsten Treffen der Brüeler BUND-Ortsgruppe vor.

Auf 65 Seiten werden  die vier Teilflächen  der Binnensalzwiese mit ihrem  Erhaltungszustand beschrieben und wird festgelegt, wie ein günstiger  Zustand  erreicht werden bzw. – wo es ihn gibt – erhalten bleiben kann.  Das besondere Schutzgebiet zeichnet sich durch quellige Hangbereiche, ein Quellmoor und extensiv genutzte Wiesen aus. Die Beweidung mit Rindern durch einen Öko-Landwirt sei günstig, so Terhalle, „weil sonst Verschilfung eintritt und die Quecke noch mehr einwandern würde“.  Vor Mai wolle der Landwirt auch nicht auftreiben, wusste er.  Mit dieser Art der Bewirtschaftung werde man auch weiterhin einen günstigen Zustand der Wiesen erhalten,  zeigte er sich überzeugt.

Nördlich der Bundesstraße 104 zwischen Sternberg und Brüel existiert in Sülten wohl die älteste Saline Mecklenburgs. Hier kann salzhaltiges Grundwasser mit einem Salzgehalt, das etwa dem der Ostsee entspricht, bis an die Oberfläche gelangen und in mehreren Quellen am Hang und auf den Wiesen austreten. So konnte sich eine einzigartige Binnensalzwiese entwickeln, die aufgrund des hohen Naturschutzwertes als besonderes Schutzgebiet mit einer Fläche von ca. zwölf Hektar entsprechend der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) ausgewiesen ist. Hier wachsen das Gebräuchliche Löffelkraut, Strand-Dreizack, Europäische Queller. Quelle: StALU Westmecklenburg

Als „wünschenswert“ findet sich in dem Plan  der Vorschlag, die zwei Entwässerungsgräben  anzufüllen. Allerdings sollte in einer  Machbarkeitsstudie geprüft werden, wie weit angestaut werden könne, damit die Beweidung nicht gefährdet werde und es zu keiner Beeinträchtigung für andere Grundstücke komme.

Der mageren Flachland-Mähwiese wird  ein ungünstiger Zustand attestiert.  „Wir würden uns gern mehr Bewirtschaftung wünschen, eine Stoßbeweidung und eventuelles Nachmähen“, so Terhalle. Wunsch sei, dass  eine kräuterreiche Wiese entstünde. 

Die Fläche am  Quelltopf wolle die Bundesforst als Eigentümer bei geeigneter Witterung per Hand mähen. Die Pflege der übrigen Flächen sei durch die Beweidung mit wenigen Rindern von Mai bis September/Oktober gesichert.

Das Ufer des Brüeler Baches und der  Entwässerungsgräben sowie die Schilfflächen stellen geeignete Habitate für den hauptsächlich in der Dämmerung und in der Nacht aktiven Fischotter dar. Wobei den Gräben höchstens eine untergeordnete Bedeutung zu kommt. „Auch bei einer Verfüllung der Gräben hätte der Fischotter ausreichend andere Möglichkeiten“, informierte Terhalle.

„Wer  kümmert sich, wenn Bäume umgekippt sind?“,  wollte eine Sültener Anwohnerin wissen. „Es geht auch um Sicherheit“, setzte sie nach. „Der Eigentümer“, so Terhalle. In dem konkreten Fall werde er mit der Bundesforst  sprechen und prüfen, ob eine Gefährdung bestehe. „Totholz ist aber für Pilze und Insekten wichtig“, gab er zu bedenken.  Auf die Frage: „Dürfen Kinder dort spielen?“, verwies Terhalle auf die im  Naturschutzgebiet geltenden Regeln. Erlaubt sei die Nutzung der öffentlichen Wege, verboten dagegen, in die Flächen hineinzugehen.

Hans-Werner Lübcke  ist mit Wanderfreunden  in der Saison regelmäßig auch zu den Salzwiesen unterwegs. Er wünsche sich, dass es vielleicht gelinge, die Besucher zu Schautafeln hinzuführen.  „Den Wegebau können wir über unsere Managementplanung nicht machen“, so der StALU-Vertreter. Mit dem Amt in Sternberg sei man aber  in Verhandlung, was  Informationsmaterial betreffe. Geplant sei auch, im Sommer den Managementplan auf einer öffentlichen Führung vorzustellen – vielleicht mit Lübcke zusammen?, bot er an.

„Ist es überhaupt wünschenswert, viele Besucher zu den Salzwiesen zu führen?“ Das sei Abwägungssache und auch, wie weit man Menschen  unter dem Motto „Schützen durch Wissen“ sensibilisiere,  antwortete Terhalle. Bei Beeinträchtigungen wie offenes Feuer oder Zelten  wäre die untere Naturschutzbehörde zuständig, aber auch das Ordnungsamt könne informiert werden.

Mehrere Teilnehmer des  BUND-Treffens in Brüel sahen es als problematisch an, dass das Naturschutzgebiet nicht erkennbar abgegrenzt ist. Kritik gab es am Standort der Info-Hütte, die die Sicht in die Salzwiesen versperrt. Hier gab es den Hinweis von Terhalle, sich an die Naturparkverwaltung zu wenden. Er suche das Gespräch  mit dem  Landkreis, damit „wenigstens  an den Wegen etwas gemacht werde“, um das   Naturschutzgebiet auszuweisen.

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