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Klettern liegt im Trend : „Wichtigster Muskel ist der Kopf“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Oder warum Überwindung und Körperbeherrschung beim Klettern eine so wichtige Rolle spielen / Stippvisite bei der Ventschower Indoorwand.

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 06:39 Uhr

Angelique Sophie Wodtke, von allen nur Angi gerufen, ist in ihrem Element. Klettern liegt der elfjährigen Ventschowerin im Blut. „Das macht halt Spaß. Mir ist kein Baum zu hoch“, sagt die kesse Blondine mit dem Pferdeschwanz. Vor dem elterlichen Haus in Ventschow steht ein großer Baum, da sei sie immer rauf. Auf die Frage, ob sie schon mal runterfiel, kam ein klares „Nein, noch nie!“

Seit April kann die Kletter-Fee ihre Leidenschaft unter Anleitung in der SG Ventschow auch in einer Kletterwand von 80 Quadratmetern ausleben. Immer freitags ist zweistündiges Training. Und Angelique Sophie ist – natürlich – von Anfang an dabei. Genauso wie die zwei Ventschower Teenager Larissa Lange (15) und Emma Post (13). Oliver-Frank Karst (14) aus Bibow kam vergangenen Freitag neu hinzu. „Gegenwärtig sind es neun Kinder in der Abteilung, sechs Mädchen und drei Jungen. Die Mädchen sind wohl mutiger“, so André Dahl. Zusammen mit dem Kühlungsborner Mirko Hoschatt, der in Schwerin arbeitet, hat Dahl in Ventschow den Hut bei der Trendsportart auf.

Beide gleich alt, 52, frönen seit Jahren dem Bergsteigen, bilden etwa in den Felswänden der Dolomiten ein eingespieltes Duo. Hoschatt stammt aus der Sächsischen Schweiz, privat verschlug es ihn an die Küste . „So habe ich es dichter zum Angeln und weiter zum Klettern“, meint er sächselnd.

Ihre Lieblingswände sind die „Lok“ im Elbsandsteingebirge bei Rathen sowie der so genannte Rosengarten in Südtirol mit seinen fünf Seillängen à 60 Meter. „Hohe Berge wie den Großvenediger (3666 m – d. Red.) in Osttirol oder Gletschertouren“, da zieht es Dahl mit seinem Bergsteiger-Kompagnon einmal im Jahr hin.

Gut zum wöchentlichen Üben eignet sich so eine Indoorwand wie die in Ventschow. Mit ihren 6,50 Metern Höhe ist sie etwas niedriger als die im Belasso in Schwerin (8,50). „Früher waren wir da immer, doch jetzt haben wir hier unsere eigene“, so Dahl. „Solch eine Kletterwand gibt es im weiteren Umkreis ansonsten nur noch in Tessin bei Rostock oder eben in Lübeck“, betont er und wendet sich seinen Schützlingen zu. So soll Emma Post nur die rechte Hand an der Wand benutzen. Das verlangt Mut. „Wichtigster Muskel ist der Kopf, damit man sich überwinden kann. Ansonsten zählt neben Beweglichkeit und Geschicklichkeit auch die Kraft in Armen,Fingern und Beinen“, erläutert der Ventschower. Angi bescheinigt er ein großes Talent. Und wie zum Beweis flitzt die Elfjährige mal schnell die gelbe Route samt 45-Grad-Überhang und Schwierigkeitsgrad 6+ bis an die Hallendecke hoch. Dann versucht sie sich auch am Ventschower Highlight (schwarz/9er-Kategorie). Es war (noch) zu schwer, Angi muss loslassen und landet im Sicherungsseil. Als die Kinder fertig sind, powern sich Dahl und Hoschatt in der Wand aus…  

 

 

 

 

 

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