Sternberger Seenland : Wettkampf wie Einsatz um 3 Uhr

Sechs von acht Jugendfeuerwehren im Amt Sternberger Seenlandschaft beteiligten sich am Ausscheid in Borkow. Fotos: Rüdiger Rump
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Sechs von acht Jugendfeuerwehren im Amt Sternberger Seenlandschaft beteiligten sich am Ausscheid in Borkow. Fotos: Rüdiger Rump

Die Staffel im Löschangriff ist eine von vier Disziplinen beim Amtsausscheid der Feuerwehren. Der Nachwuchs läuft den internationalen Wettbewerb.

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25. April 2017, 05:00 Uhr

Den Siegerpokal nahm der stellvertretende Wehrführer Mathias Ohms entgegen. Seine erfolgreichen Kameraden, die den Ausscheid der freiwilligen Feuerwehren des Amtes Sternberger Seenlandschaft mit großem Vorsprung gewonnen hatten (wir berichteten), waren da schon auf dem Weg zu einer Veranstaltung, an der auch die Brüeler Partnerwehr aus Schönkirchen teilnahm. Ohms, ebenfalls stellvertretender Amtswehrführer, hatte als Kampfrichter fungiert und daher Verpflichtungen bis zum Schluss.

Zu dem Amtswehrtreffen auf dem Sportplatz in Borkow traten wie erstmals im Vorjahr Aktive und Nachwuchs zu gleicher Stunde am gleichen Ort an. Amtswehrführer Olaf Schröder aus Kobrow sieht darin einen Gewinn für alle, wenngleich der logistische Aufwand enorm hoch sei. „Wir kommen an Grenzen“, räumt er ein. „Alle, die sich für einen reibungslosen Ablauf einsetzen, ob Kampfrichter oder Betreuer, sind nur einmal auf der Welt.“ Die Vorteile würden aber klar überwiegen. „Ich war stolz wie Oscar, als ich sah, wie viele Jugendliche und Kinder zur Eröffnung angetreten waren“, so Schröder.

Auf der gleichen Welle schwimmt Amtsjugendwart René Pfalzgraf aus Hohen Pritz. Ihm sei besonders positiv „der Zusammenhalt aller“ aufgefallen. Und mit Borkow und Witzin seien sogar zwei Jugendwehren, die allein keine Mannschaft hätten stellen können, gemeinsam angetreten. Sechs der acht Jugendwehren aus dem Amtsbereich beteiligten sich an dem nach den internationalen Regeln ausgetragenen Wettbewerb. Kinder ab sechs Jahren konnten hier teilnehmen, beim Kreisausscheid gehe es erst mit zehn los. Für den qualifizierten sich die Erstplatzierten Dabel und Hohen Pritz I, die sich einen spannenden Wettkampf lieferten mit äußerst knappem Ausgang.

Bei den Aktiven gab es – wieder einmal – Diskussionen um die neben Feuerwehrknoten binden, Erste Hilfe und Fragenkomplex wichtigste der vier Disziplinen. Beim Amtsausscheid bekommt seit zwei Jahren die Staffel im Löschangriff mit sechs Kameraden den Vorzug. Jede Wehr nutzt wie im Ernstfall das eigene Fahrzeug samt Gerätschaft. Dabei gehe es um die klassische Ausbildung eines Feuerwehrmanns, betont der Amtswehrchef. Entscheidend sei, alles richtig zu machen, und nicht die Zeit. Erst wenn das Limit von sechs Minuten überschritten werde, gelte das als Fehler. Er habe nichts gegen den Löschangriff nass. Das sei ein sportlicher Vergleich, bei dem die Gerätschaft aber auf einem Podest bereit liege. Er verfechte dagegen die praxisnahe Disziplin. „Wenn es nachts um drei Uhr brennt, liegt nichts griffbereit auf
einem Podest“, sagt Schröder. Der Löschangriff nass werde als Nebendisziplin ausgetragen und weiterhin der Wanderpokal an den Sieger mit der schnellsten Zeit vergeben.

Mit Witzin und Mustin hatten sich zunächst lediglich zwei Wehren dazu angemeldet. Wendorf entschloss sich kurzfristig und beteiligte sich nur an dem Wettbewerb. „Einige von uns sind erst heute früh von der Arbeit gekommen“, begründete Wehrführer Mathias Hirsch, für den das nach wie vor die Paradedisziplin beim Feuerwehrausscheid ist. Mit Gastgeber Borkow kam unmittelbar vor dem Wettkampf ein vierter Teilnehmer hinzu. Die schnellste Zeit schafften die Wendorfer mit 37,5 Sekunden vor Witzin (40,2) und freuten sich mit ihren Fans über den Wanderpokal.

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