Tierische Vorhersage : Wetterbiber: Es bleibt noch drei Wochen mild

Schlaue Biber: Ihr Instinkt sagt ihnen offenbar schon Wochen zuvor, ob ein strenger Winter ins Haus steht. dpa
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Schlaue Biber: Ihr Instinkt sagt ihnen offenbar schon Wochen zuvor, ob ein strenger Winter ins Haus steht. dpa

Vertraut man den Bibern im Naturpark Sternberger Seenland, ist ein strenger Wintereinbruch erst einmal nicht zu erwarten. Sonst hätten die Nager nämlich schon längst begonnen, ihre Burgen winterfest zu machen.

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22. November 2012, 07:12 Uhr

Brüel/Warin | Der Wetterbiber prophezeit: Mindestens drei bis vier Wochen gibt es noch keinen starken Wintereinbruch in der Region. Das sagt Mario Krüger, Ranger im Naturpark Sternberger Seenland. Der Biberfachmann leitet das aus den Erfahrungen der letzten Jahre vom Verhalten der Nager her.

Wochen vor einem strengen Wintereinbruch beginnen die Biber, Schlamm auf ihre Burgen zu packen. So war es jedenfalls in den vergangenen Jahren im Sternberger Seenland. Mario Krüger hat in den letzten Tagen 15 Biberreviere quer durch den Naturpark kontrolliert. Nirgendwo traf der Biber bisher Wintervorbereitungen.

Der Zusammenhang zwischen dem Winterfestmachen der Nager und einer mit knapp einem Monat Verzögerung einsetzenden starken Frostperiode ist den Naturparkrangern erstmals vor drei Jahren aufgefallen. Ende 2009 hatten sie beobachtet, dass anders als in den Vorjahren viel Schlamm auf den Burgen lag und sich die Nager auch größere Nahrungsreserven angelegt hatten. Es folgte ein strenger Winter. Auch in den Folgejahren behielt der Biber Recht. Im vergangenen Winter, in dem es lange mild war, begannen die Biber erst im Januar, Schlamm auf ihre Burgen zu packen. Mit Verzögerung kam dann auch der Wintereinbruch.

Zu den Vorkehrungen der Biber gehört es, dass sie nicht nur Schlamm zum Schutz vor Kälte in ihre Behausung einbauen, sondern sich auch Nahrungsmittelreserven auf dem Grund der Gewässer angelegen, die sie in der langen kalten Zeit, wenn die Seen zugefroren sind, nutzen können. Zu beobachten war, dass die Biber besonders viele so genannte Nahrungsflöße anlegen, wenn später für längere Zeit eine Eisschicht die Gewässer überzieht.

Gut beobachten lässt sich das Verhalten des Bibers am Regenrückhalte becken in Brüel, wo der Nager mitten auf einer kleinen Insel seine Burg errichtet hat. Und auf dieser Insel ist der "Wetterbiber", wie ihn Mario Krüger nennt, inzwischen sogar umgezogen, so dass man ihn direkt von dem Spazierweg am Mühlenbach sehen kann. Noch ist die Burg etwas versteckt, aber sobald die Vegetation ganz verschwindet, ist sie unübersehbar.

"Wir betrachten das noch als relativ ernst", so Krüger zu den Beobachtungen. Ob die Prognosen sich auch in diesem Jahr bestätigen, bleibe abzuwarten. Krüger nimmt bis zum Frühjahr im Naturpark 120 Reviere des Nagers im Rahmen des sogenannten Bibermonitorings unter die Lupe. Und er kann damit genau beobachten, ob und wann die Nager aktiver werden.

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