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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 05:03 Uhr

Warin : Wetter sorgt für Pilznachschub

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wariner Pilzsachverständige Werner Voß gibt Tipps fürs Sammeln und die Zubereitung.

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 23:39 Uhr

Vor gut zwei Wochen hat Pilzsachverständiger Werner Voß noch das verhältnismäßig spärliche Pilzwachstum, vor allem das der beliebten Maronen, „bemängelt“. Wer jetzt durch die Wälder streift, trifft auf eine Vielzahl typischer Herbstpilze, weiß der Wariner. Feuchtigkeit und Wärme in den letzten Tagen haben dazu beigetragen, dass die Pilze sprießen, auch die Maronen.

„Vor allem unter Kiefern wächst jetzt der gern gesammelte, bekannte Speisepilz, in der so genannten Herbstform. Die Fruchtkörper fallen durch einen kräftigen Wuchs auf. Sie sind schön fest, knubbelig, meist ohne Maden. Wer gute Maronenstellen kennt, wird vermutlich gut ernten können“, sagt Voß. Die Pilze lassen sich ausgezeichnet trocken. Und auch ein Maronen-Reingericht sei nicht zu verachten, sagt er. Aber: Die Pilze sind vollständig verwertbar. „Die Röhrenschicht sollte nicht entfernt werden, denn darin sind die wenigen Mineralstoffe enthalten. Wässrige Pilze bleiben von vornherein im Wald. Deshalb den Pilz im Wald grob säubern, zu Hause folgt die Feinarbeit, möglichst wenig Wasser verwenden und klein schnippeln für die Pfanne, mit Röhren“, empfiehlt Werner Voß. Auffällig seien gegenwärtig die vielen Riesenschirmpilze (anderer Name ist „Parasol“), die auf Wiesen, an Straßen- und Wegrändern der Wälder wachsen. Die hoch aufgeschossenen Pilze fallen auf. Besonders begehrt seien die dunklen „Paukenschlegel“, die Hüte, die zunächst eiförmig aussehen und später aufschirmen (Name des Pilzes). Der aufgespannte braunschuppige Hut kann beinahe die Fläche eines Esstellers bedecken. Der Parasol besitzt einen Geruch, der an Nuss erinnert. „Die Pilze sind schmackhaft, wenn man sie beidseitig in Ei und Semmelbrösel wendet und anschließend brät wie ein Schnitzel. Probieren wird empfohlen. Wer die holzigen Stiele auch verwenden möchte, raspelt diese, trocknet sie anschließend und schon hat man Pilzwürze, auch für den Winter“, empfiehlt der Experte. Wer auf „Spargelpilze“ steht, korrekt heißen die weiß- feinschuppigen Pilze Schopftintlinge, komme ebenfalls auf seine Kosten. Die Pilze können geerntet werden, wenn sie noch weiß und komplett geschlossen sind. Sie verderben sehr schnell, lösen sich in Tinte auf. Bereits wenn am Hut violette Töne zu erkennen sind, sollte der Pilz stehend gelassen werden. Dann beginnt bereits die Autolyse, seine Selbstauflösung. Deshalb sei schnelles Verarbeiten notwendig. Voß sein Tipp: „Morgens sammeln, abends essen!“

Der etwas versiertere Sammler kann gegenwärtig neben den bekannteren Rotfußröhrlingen und Butterpilzen -Huthaut abziehen und nur für Mischgericht empfohlen- z.B. auch Sandpilze, Horngraue Rüblinge, Gelbweiße Täublinge, Rötliche Lacktrichterlinge, Violette Rötelritterlinge – sehr schmackhafte Pilze –, Graublättrige Schwefelköpfe (nur Hüte verwenden), Hallimasch (nur Hüte verwenden, roh giftig), Perlpilze und Herbstlorcheln sammeln. Es seien keine Massen einer Pilzart vorhanden, aber eine gute Mahlzeit für ein Mischgericht komme zusammen.

Ein typischer Herbstpilz ist die Graukappe, auch als Nebelgrauer Trichterling bezeichnet. Der grau aussehende Pilz ist sehr häufig, wächst in der Streu von Laub- und Nadelwäldern und bildet gerne einen Hexenring, d.h. die Fruchtkörper wachsen in einem Kreis. Was sehr hübsch anzusehen ist. Er wird aufgrund seines sehr aromatischen Geschmacks (auch der Geruch ist recht intensiv) nicht von jedem vertragen. Deshalb sollten nur einzelne und junge Exemplare im Mischgericht verwendet werden.

Auch Giftpilze sind gegenwärtig im Wald präsent: Grüne Knollenblätterpilze, viele Rosa Rettichhelmlinge (auf Laub), Kahle Kremplinge, Pantherpilze, Porphyrbraune Wulstlinge, Grünblättrige Schwefelköpfe. „Also Augen auf auch in Wald und Flur! Das milde Herbstwetter soll anhalten. Dann kann mit Pilznachschub gerechnet werden.“

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