Kreisolympiade in Neukloster : Wettbewerb der Mathe-Asse

Gespannte Erwartung auf den Beginn in der Aula des Gymnasiums Neukloster, die auch als Kulisse für Harry Potters Zauberschule Hogwarts durchgehen würde. Fotos: Katja Frick
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Gespannte Erwartung auf den Beginn in der Aula des Gymnasiums Neukloster, die auch als Kulisse für Harry Potters Zauberschule Hogwarts durchgehen würde. Fotos: Katja Frick

Zweite Runde der 57. Mathe-Olympiade. Wettbewerb in Nordwestmecklenburg findet für drei Jahre im Gymnasium Neukloster statt

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15. November 2017, 21:00 Uhr

Am Mittwoch tüftelten 55 der begabtesten Matheschüler des Landkreises Nordwestmecklenburg über den Aufgaben der zweiten Runde der 57. Mathematik-Olympiade. Und das freiwillig! „Die Bereitschaft zur Teilnahme ist von Klasse zu Klasse und Schule zu Schule unterschiedlich“, sagte Dagmar Newrzella, Fachschaftsleiterin für Mathematik und Physik am die Olympiade ausrichtenden Gymnasium „Am Sonnenkamp“ in Neukoster, „In diesem Jahr wollte zum Beispiel kein Schüler aus unseren zwölften Klassen teilnehmen, das ist denen neben dem Abitur zu viel“, ergänzte Mathelehrer-Kollege Christian Ehlers. „Obwohl da ein paar richtig gute Mathe-Asse dabei sind.“

55 Schüler konnten nur teilnehmen, weil mehr nicht in die Aula des Gymnasiums passen, das für die nächsten drei Jahre die kreisweite Olympiade ausrichten wird. „Von den Gymnasien aus Gadebusch und Dorf Mecklenburg sind nur je acht Schüler gekommen, dafür aus Schönberg und Grevesmühlen je 14“, erklärte Dagmar Newrzella. Von ihrer eigenen Schule sind elf Schüler dabei.

„Weil mir das Spaß macht“, antwortete Mette-Marit Sehland aus der 8. Klasse zögernd auf die Frage der SVZ, warum sie mitmachen wollte. Und es wirkte so, als ob sie nicht sicher sei, dass man sagend dürfe, Mathematik gefällt jemandem.

„Hier geht es um logisches Denken“, meinte Neele Dieckmann vom Gymnasium Dorf Mecklenburg selbstbewusst auf eine weitere Frage, ob denn alle eine Eins in Mathe hätten, die bei der Olympiade mitmachen. „Nein“, sagte dazu auch Dagmar Newrzella. „Es gibt viele Schüler, die Flüchtigkeitsfehler machen und deshalb am Schuljahresende keine Eins auf dem Zeugnis haben.“

Für die Lehrerin, die seit 2004 in Neukloster unterrichtet und zusammen mit ihren Kollegen seit Ende des letzten Schuljahres neben dem regulären Unterricht mit den Vorbereitungen für die Ausrichtung der Olympiade beschäftigt ist, macht der Wettbewerb großen Sinn: „Die Aufgaben haben andere Strukturen als die im Mathematikunterricht, sie erfordern größere Denkleistungen und individuelle Lösungswege. Deshalb ist es auch interessant, die Aufgaben zu kontrollieren. Und es ist schön zu sehen, was für Mathe-Asse wir hier im Landkreis haben.“ Warum es solche Aufgaben nicht auch im normalen Mathematikunterricht gibt? „Davon würden sich viele Schüler überfordert fühlen“, so Christian Ehlers.

Die Aufgaben, die alle Teilbereiche der Mathematik umfassten, wurden im Vorfeld per Mail von der Landesbeauftragten für die Olympiade, Ingrid Jagnow, an das Gymnasium Neukloster geschickt. „Die als Korrektoren von den anderen Schulen mit angereisten Lehrer erhalten die Aufgaben auch erst, wenn die Schüler sie bekommen“, erläuterte Newrzella. Deshalb würden sie nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück die Aufgaben auch erst einmal selbst durchgehen, um später die Ergebnisse der Teilnehmer korrekt kontrollieren zu können. „Die Lösungen werden Aufgabe für Aufgabe abgegeben, damit die Korrektoren schon mit der Auswertung beginnen können.“ Da um 9 Uhr die Aufgaben verteilt wurden, würden die Lösungen für die erste Aufgabe ab 10 Uhr eintrudeln. Bis 15 Uhr hatten die Teilnehmer Zeit, die Aufgaben zu lösen.

„So lange brauchen auch viele, aber nicht wenige sind schon früher fertig. Für die haben wir im Anschluss noch verschiedene Angebote vorbereitet“, berichtete Christian Ehlers. So gab es Sportspiele in der Turnhalle, Schach oder die Möglichkeit, am PC zu arbeiten. Christian Ehlers selbst hatte etwas ganz Besonderes anzubieten: „Ich unterrichte ja für die siebten Klassen als Wahlpflichtfach Robotik. Dafür hat Create MV einen Satz fahrender Lego-Roboter gesponsert. Die können die Schüler, die schon fertig sind, versuchen so zu programmieren, dass sie den vorbereiteten Parcours fahren können. Denn wer in Mathe gut ist, ist das meistens auch am Computer.“

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