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Mecklenburg - das Tourismusland : Werden Kanuten ins Blaue geschickt?

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Auf Messen wird für Wassertourismus geworben, aber über Niedrigwasser und damit einhergehende Sperrungen geschwiegen, so ein Vorwurf.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2012 | 02:17 Uhr

Sternberg | Das in dieser Saison andauernde Niedrigwasser in der Warnow lässt die Wellen hoch schlagen - bei Wasserwanderern, Naturschützern, Tourismusanbietern, wenn es um das Befahren geht. Denn mehrere Flussabschnitte sind für Wasserwanderer gesperrt (SVZ berichtete). In die Diskussion mischt sich jetzt auch der Kanu- und Kleinseglerverein Schwerin. "Es reicht nicht aus, nur auf den guten Willen zu pochen", erklärt dessen Vorsitzender Manfred Martens. Denn immer wieder würden sich Leute über das Verbot hinwegsetzen. Mecklenburg werde als Tourismusland ja auch auf Messen angepriesen, so dass Kanuten aus anderen Bundesländern oftmals arglos herkämen. Dass es in unseren Flüssen zu Niedrigwasser und somit zu Einschränkungen kommen könne, darauf würde auf Messen kaum aufmerksam gemacht werden, sagt er und sieht hier Handlungsbedarf. Als nicht ausreichend empfindet Martens zudem die Kennzeichnung der gesperrten Abschnitte. Das müsste für Ortsunkundige am Flussverlauf deutlicher passieren. "Organisierte Kanuten informieren sich, das Gros der Leute, die trotz Verbots fahren, sind Laien und unvernünftige Touristen", meint Martens.

Eine mögliche Sperrung von Flussabschnitten in einer Imagebroschüre aufzunehmen oder auf Messen anzusprechen, sei eher unwahrscheinlich, sagt Norbert Vormelker vom Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e. V. Der Tourismusverband sitze hier "zwischen Baum und Borke". Vormelker: "Wir bitten aber unsere Mitglieder, rechtzeitig darauf hinzuweisen, wenn vor der Anreise Fragen kommen". Und er wisse auch von Tourismusanbietern, dass sich Gäste bis zu einem Tag vor der Anreise noch mal erkundigen würden bzw. im Internet kundig machten und gegebenenfalls ihre Anreise verschieben.

Was die Kennzeichnung der für Wasserwanderer gesperrten Abschnitte auf der Warnow betrifft, "ist alles noch im Aufbau begriffen und kann auf jeden Fall verbessert werden", sagt Nils Meier vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU). Bei den Schildern, die an den entsprechenden Einsetzstellen auf die Befahrbarkeit bzw. Nichtbefahrbarkeit hinweisen, habe man sich bei anderen orientiert. "Viele Wasserwanderer informieren sich aber auch im Internet", sagt Meier. Auf www.sternberger-seenland.de sind die aktuellen Pegelstände ausgewiesen. Meier verweist aber auch auf die enge Zusammenarbeit, die es zwischen dem StALU und der Naturparkverwaltung Sternberger Seenland gibt. Letztere wolle für Wasserwanderer ein Leit- und Lenksystem vorwiegend für die Warnow erstellen lassen, sagt Meier.

Das sollte eigentlich schon in Arbeit sein. Leider sei man vom Landesamt in Güstrow ausgebremst worden, sagt Jan Lippke von der Naturparkverwaltung. Ziel sei, dies nun ab Anfang nächsten Jahres auf den Weg zu bringen. Denn um eine aussagefähige Konzeption erstellen zu können, müssen über eine ganze Saison lang Daten gesammelt werden. Geprüft werden sollen z. B. auch die Beschilderung und Kennzeichnung von gesperrten Abschnitten, die Entfernung zwischen Raststellen und der Zustand von Ein- und Aussetzstellen.

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