zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 02:26 Uhr

Warin : Wenn Duschen ein Abenteuer wird

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Teils groteske Mängelliste bei der für 750 000 Euro sanierten Wariner Sporthalle auch vier Monate nach Übergabe nicht abgearbeitet.

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 06:00 Uhr

Es war ein stolzer Preis für die aufwändige Sanierung der Wariner Sporthalle. Gefördert mit 200 000 Euro, beliefen sich die Gesamtkosten einschließlich neuer Sportgeräte und Außenanlagen  auf   750 000 Euro. Die 435 Quadratmeter große Wariner Sporthalle ist in der Tat nicht wieder zu erkennen:   komplett sanierte Außenhülle, neuer Eingangsbereich, Ballwurf sichere Akustikdecke, umlaufende Prallschutzwand,  elastischer Sportboden samt Fußbodenheizung, LED-Beleuchtung in der Halle, großzügige Sanitär- und Umkleideräume. Noch manches ließe sich aufzählen. Die Halle ist in der Tat chic geworden, erstrahlt hell und freundlich.

Um so mehr verwundert, was auf der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses der Stadtvertretung am Mittwochabend erörtert wurde. „Problem Sporthalle“ hieß ein Tagesordnungspunkt. Was Doreen Kloss – überregional bekannt u.a. als Mitorganisatorin des Freiluft-Volleyballturniers der TSG Warin, das 2016 seine 33. Auflage erfährt  –  als sachkundige Einwohnerin im Ausschuss  an unbearbeiteten Mängeln aufzählte, sprach Bände: „Ende September wurde die Mängelliste erstellt  und bisher ist gar nichts passiert.“  Nach wie vor fehlten Spiegel und Mülleimer, die Halterungen für die Volleyballstangen im Abstellraum  sind ebenso nicht wieder dran  wie die  Basketballkörbe. Zudem fehlt das  Schließsystem.  Aus eigener Erfahrung berichtete Ausschussmitglied Björn Griese  (Die Linke), dass die Duschen „alle 15 Sekunden heiß und kalt werden“.

Als die Halle am 2. Oktober vergangenen Jahres feierlich übergeben wurde, war das Schließsystem  noch gar nicht bestellt. „Das muss stimmen“, so Brigitte Pfützner (CDU), die gestern auf Nachfrage erklärte, dass das Hallenthema noch keines in der Stadtvertretung war. Das bestätigten gegenüber SVZ auch die Fraktionschefs der SPD, Torsten Ries („Habe noch gar nichts gehört.“), sowie der Wählergemeinschaft „Für Warin“, Hans-Peter Gossel. Letzterem war zumindest das mit den Duschen  bereits zu Ohren gekommen.

Verantwortlich für die Mängelabstellung ist das Bauamt  in Neukloster.  Leiterin Anke Mansour sagte dazu gestern auf SVZ-Anfrage: „Bei der  Schließanlage sind wir dabei. Wenn man 3000 Sachen auf dem Tisch hat,  bleibt mal was liegen.“ Und warum fehlen Spiegel oder Mülleimer immer noch? Mansour: „Dann ist das halt so.“

Brigitte Pfützner wolle „das Problem erst einmal intern  lösen“, wie sie gestern  gegenüber SVZ erklärte. Es müsse  nicht groß in der Zeitung thematisiert werden.

Bürgermeister Michael Ankermann bekräftigte die Verantwortlichkeit des Bauamts und bestätigte  auf Nachfrage, dass es auch Überlegungen gab, die Dreifelderhalle der  Dabeler Kaserne  nach Warin zu holen. „Ab- und Aufbau sowie Transport wären  zu teurer geworden.“ Roland Güttler

Kommentar: Kaum zu glauben
Dinge gibt’s, da kann man nur mit dem Kopf schütteln.  So bei der für eine drei Viertel Million Euro sanierten Wariner Sporthalle.  Ende September 2015 wurde vor der feierlichen Wiedereinweihung eine Mängelliste erstellt: Schließsystem, keine Spiegel und Mülleimer, fehlende Halterungen für die Volleyballstangen, die Basketballkörbe in der Halle sind auch nicht wieder dran… Und als Krönung Duschen, die im 15-Sekunden-Takt von kalt auf heiß springen. Großteils Dinge, die sich von heute auf morgen beheben ließen.  Halterung angebracht und Spiegel dran; im Grunde nicht der Rede wert.  Dass nichts passierte; verstehe, wer will. Wir bleiben am Ball!
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen