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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 13:14 Uhr

Weiße Krug : Wenn der Straßenbelag dröhnt...

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

...fühlt sich in Weiße Krug ein Anwohner gestört.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 23:21 Uhr

Ein Auto rollt über das Betonpflaster in der Dorfstraße in Weiße Krug. Das Dröhnen dringt bis in das Fahrzeuginnere.  Und ist auch in einem der dicht entlang der Straße stehenden Wohnhäusern zu hören. Ein Anwohner habe sich an den Bürgerbeauftragten des Landes MV gewandt und eine Eingabe gemacht. Er fühle sich durch den Fahrzeugverkehr und den Lärm, der aufgrund des verwendeten Straßenbelages entstünde, belästigt, informierte Blankenbergs Bürgermeister Uwe Schulz auf der Gemeindevertretersitzung.

Über die  Problematik  sei  in den Ausschüssen der Gemeindevertretung und im Vorstand der Flurneuordnung beraten worden. Ein Austausch des Oberflächenbelages könne  nur erfolgen, wenn er innerhalb des Zeitraums der Flurneuordnung, in der sich die Gemeinde derzeit befände, erfolge und es dafür Fördermittel gebe. Schulz verwies darauf, dass zuvor  Fahrzeugzählung und  Lautstärkenmessung durchgeführt werden müssten – was jeweils mit 1500 Euro Kosten zu Buche schlagen würde.

„Das Problem ist, dass nicht der richtige Belag verwendet wurde. Die Anwohner haben recht, es ist laut“, so der Bürgermeister. „Die Straße ist aber technisch in Ordnung. Sie ist vor nicht einmal 15 bis 20 Jahren erneuert worden“, erklärte er.

Der Bürgermeister erinnerte an die Verkehrszählung vor einem Jahr im Zusammenhang mit der Sperrung des Bahnübergangs in Blankenberg. Der „sehr starke Verkehr durch Weiße Krug“, sei damals eine Folge dieser Sperrung gewesen und ebenso die zeitliche Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h.

„Die Gemeinde hat nicht das Geld, um jetzt 3000 bis 4000 Euro zu investieren, um dann feststellen zu müssen, dass das Verkehrsaufkommen und die Lautstärke nicht ausreichen, um die Maßnahme durchführen zu können“, gab er Bedenken wieder. Und eine ständige Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h in der Dorfstraße lehne der Landkreis Ludwigslust-Parchim ab.

Für den zeitnahen Austausch des  Straßenbelages gab es denn auch von den Gemeindevertretern keine Zustimmung: Es gebe keine Erfolgsaussichten, zudem fehlten die Finanzen.

In der gleichen Sitzung hatte Sternbergs Kämmerer ihnen einen Haushaltsfehlbetrag von 147 780 Euro vorgerechnet. Wie SVZ berichtete, wird als Folge dessen das Haushaltskonsolidierungskonzept fortgeführt: Die Steuer-Hebesätze werden erhöht.

Die Gemeindevertreter verständigten sich darauf, das  Vorhaben  „Änderung des Straßenbelags“ innerhalb der Flurneuordnung auf einen Platz „ziemlich weit hinten“ zu setzen.

Aktuell kein Antrag auf 30 km/h gestelltGibt es generell  Gründe für eine Absage an 30 km/h?, wollte SVZ vom Landkreis wissen? „Nein, es gibt keine  Gründe, die einen entsprechenden Eingriff in den Straßenverkehr von vornherein ausschließen. Es ist jeweils eine Einzelfallprüfung und -entscheidung erforderlich“, erklärte Pressereferentin Susan Koch und verweist auf die  Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und die dazugehörige Verwaltungsvorschrift. „Im Fall von Weiße Krug liegt die letzte Entscheidung mehr als 15 Jahre zurück. Seinerzeit war der Wunsch der Gemeinde nach einer  Geschwindigkeitsreduzierung aufgrund der fehlenden Voraussetzungen abzulehnen“, so Koch gegenüber SVZ. „Derzeit gibt es kein aktuelles Antrags-/Prüfverfahren.“                                                                                                             

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