Weniger Bucheckern – einfachere Jagd

Hegeringchef Ingolf Schröder.
Hegeringchef Ingolf Schröder.

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26. März 2018, 09:55 Uhr

Die Jäger vom Hegering Weiße Krug erlegen mehr Wildschweine. Wurden um die Jahrtausendwende durchschnittlich 350 Schwarzkittel im Jahr geschossen, so erhöhte sich bis 2014 die Strecke auf 550 Tiere. In diesem Jagdjahr streckten die Jäger auf ihrem 13,5 Hektar großen Einzugsgebiet 772 Schweine. „Im Durchschnitt hat sich die Strecke um 40 Prozent erhöht“, so Hegeringvorsitzender Ingolf Schröder auf der Mitgliederversammlung in Warin.

Die Ursache liege bei weitem nicht an der von Landwirtschaftsminister Till Backhaus im vorigen Jahr ausgerufenen „Pürzelprämie“, die Ursache sei eine ganz natürliche: Seit 1998 gab es drei bis vier Jahre, in denen ein höherer Abschuss an Schwarzwild zu verzeichnen war als im Durchschnitt. So auch in diesem. „Es gab keine Bucheckern, so auch in diesem Jahr nicht“, so Schröder. „In Buchecker-Jahren haben die Schweine keinen Grund, aus den Wäldern herauszukommen. Fehlen die Bucheckern, kommen sie raus an die Waldkante und auf die Felder, so dass in Vollmondnächten der Jäger gute Schussmöglichkeiten hat. Das ist im Wald nachts schwierig, auch bei Vollmond.“

Schröder ging auch auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein. Sie sei eine fieberhafte, hoch ansteckende Krankheit der Haus- und Wildschweine mit seuchenhaftem Verlauf und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus.

Derzeit breitet sich diese Pest in den Wildschweinbeständen Osteuropas immer weiter aus. „Gegen die Afrikanische Schweinepest haben wir keinen Impfstoff“, so Schröder. Aber, die ASP sei kein Tier-, sondern ein Menschenproblem, denn sie werde auf die Tiere durch Handlungen und Unachtsamkeiten des Menschen übertragen.

Insbesondere durch Personen- und Fahrzeugverkehr aus betroffenen Gebieten sei eine Einschleppung der Seuche nach Deutschland möglich. Gefährlich können mitgebrachte Nahrungsmittel und Speisereste sein, die unter keinen Umständen an Haus- oder Wildschweine verfüttert werden dürfen, sondern sicher entsorgt werden müssen.

„Auch Touristen können dazu beitragen, dass die Krankheit nicht eingeschleppt wird. Es dürfen generell keine Essensreste in die Natur geworfen werden“, so Schröder. Wenn man den Herd relativ großräumig abriegle und da nichts rauskomme, könne man die ASP in den Griff bekommen, meint der Weidmann.

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