Storchpopulation : Wenig belegte Horste im Seenland

 
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Lediglich 16 Mal Nachwuchs in diesem Jahr bei den Glücksboten / Region ist die nordwestlichste Ecke der so genannten Ostzieher

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12. August 2015, 22:15 Uhr

Die Weißstörche bereiten sich auf den Abflug vor. In Krassow sind die vier Jungvögel bereits aus dem Horst und sammeln sich in der Kinderstube. Derweil unternimmt der Nachwuchs im nur wenige Kilometer entfernten Neperstorf, hier sind es zwei, erste Flugversuche. In beiden Standorten fühlt sich Adebar seit Jahren sichtbar wohl, was im Amt Neukloster-Warin eine Rarität darstellt.

Am 25. März und damit früher als in den beiden Jahren zuvor war der Neperstorfer Storchenmann in Sachen Quartierordnung und Erwartung des Weibchens zurückgekehrt. Noch eiliger hatte es freilich sein „Kollege“ in Krassow. „Der kam am 17. März. Es ist das zweit früheste Datum. Nur 2014 kam er mit dem 8. März noch eher“, berichtet Hilke Kleiner, die seit zig Jahren Ankunft und Abflug im Kalender festhält.

Im Ventschower Ortsteil Kleekamp schienen die Großvögel hingegen in diesem Jahr auszubleiben. Dann kamen im Mai doch noch welche vorbei – gleich fünf an der Zahl. Und zwei entschieden sich auch fürs Bleiben. Für den Bruterfolg war es freilich zu spät.

Auch in Trams tat sich was in Sachen „Rotstrümpfe“. In einer Gemeinschaftsaktion von Jägern, dem Wariner Pflanzenbau und dem Energieversorger Wemag waren Anfang März auf Betriebshöfen der Pflanzenbauer drei Nisthilfen in Bibow, Trams und Mankmoos aufgestellt worden. Ob diese freilich angenommen werden, „ist immer ein Lotteriespiel“, so Daniel Bohl, stellvertretender Leiter der Wariner Pflanzenbau e.G. Um so mehr freute er sich, als vor wenigen Wochen plötzlich zwei Störche die Nisthilfe am ehemaligen Tramser Schafstall inspizierten. Bohl hielt dies mit einem Schnappschuss fest (großes Foto). Nun hofft nicht nur er, dass die Adebars 2016 wiederkommen. Die Gegend ist günstig, das Grünland um Neperstorf herum sollte auch für Tramser Störche genügend Futter bieten.

Und noch eine zweite, nicht alltägliche Begebenheit mit den Großvögeln gab es – diesmal in Zahrensdorf. Hier hat das Storchenpaar vier Junge, so viele, wie lange nicht. Der Horst steht in der Hauptstraße 5. Von der Terrasse aus hielt Toralf Dörge fest, wie die zwei Alt- und zwei der vier Jungstörche auf Nachbars Dach saßen. Gleich zwei Horste – der andere, diesmal leer, befindet sich in der Hauptstraße 11 – stehen am Wiesenrand, der zu Dörges Grundstück in der Hauptstraße 14 gehört.

Außer in Zahrensdorf gibt es im Sternberger Seenland nur noch zwei belegte Horste mit jeweils drei Jungtieren – in Dabel und Keez. „Das ist gegenüber 2004 ein Rückgang von 60 bis 70 Prozent“, so der Groß Görnower Ornithologe Dr. Lothar Daubner, zugleich der „Storchenmann“ in der Region. Die hiesigen Glücksboten gehören zu den so genannten Ostziehern. Für die ist die Region laut Dr. Daubner „die nordwestlichste Ecke des Verbreitungsgebietes der Weißstörche. In Dänemark und Südschweden gibt es kaum welche.“ Auf Niedrigniveau hat sich hier die Zahl eingepegelt. 2015 gibt es 16 Mal Storchen-Nachwuchs zwischen Dabel und Krassow. Die Horste in Wamckow, Gustävel, Witzin, Brüel oder Bibow sind leer.  

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