Bayerischen Staatspreis verliehen : Weltneuheit made in Krassow

Dipl. Ing. Thorsten Fichtler mit dem Bayerischen Staatspreis
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Dipl. Ing. Thorsten Fichtler mit dem Bayerischen Staatspreis

Für „Einbau innenliegender Aufzüge in Bestandstreppenhäusern“ erhielt Thorsten Fichtler Bayerischen Staatspreis. 130 Beschäftigte von Warin bis Wismar

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03. März 2016, 21:00 Uhr

Vom 200-Einwohner-Dorf Krassow im Amt Neukloster-Warin auf die große Weltbühne. Dipl. Ing. Thorsten Fichtler hat es geschafft. Auf der 68. Internationalen Handwerksmesse in München mit über 1000 Ausstellern aus 32 Ländern  erhielt der Geschäftsführer der Zurow Bau GmbH (Zuba) mit Sitz in Krassow  bei seiner dritten Messeteilnahme am Sonntag erstmals einen Bayerischen Staatspreis im Bereich Technik. Einen von ingesamt zehn 2016 vergebenen.

Gewürdigt wurde die  Innovation  „Einbau innenliegender Aufzüge in Bestandstreppenhäusern“.  Zur Begründung heißt es:  „Die Fa. Zurow verlagert die Hälfte eines bestehenden Treppenhauses und ersetzt dieses mit einer nachgerüsteten Aufzugsanlage. Nur dadurch wird der Aufzug barrierefrei und endet nicht wie üblich im Zwischengeschoss.“

Fichtler  ist überzeugt vom Potenzial seiner patentierten Innovation: „Der Aufzug ist notwendig gerade auch mit Blick auf die demografische Entwicklung. Es gibt ein großes Bedürfnis, im Alter in der Wohnung zu bleiben und das ohne fremde Hilfe“, so der Dipl.-Ingenieur. So genannte vorgestellte Aufzüge als Nachrüstung bei bestehenden Wohnblocks aus DDR-Zeiten oder auch der alten Bundesrepublik (Fichtler: „Überall beträgt das Treppenhausmaß 2,15 Meter.“) sind für ihn „vom Schwierigkeitsgrad nichts Besonderes, den ersten davon habe ich 1996 gebaut.“

Mit dem Innenlift-Projekt beschäftigt er sich seit gut drei Jahren. Und seit vergangenem November gibt es zwei funktionierende Prototypen, die  im Gebäude der Wohnungsbau-Genossenschaft Dorf Mecklenburg in der Mecklenburger Straße 6 und 7 von Dorf Mecklenburg eingebaut worden.  Mehr Mecklenburg geht nicht. „1,45 Meter tief und 80 Zentimeter breit. Man steigt vorwärts ein und  vorwärts wieder aus. Man kommt barrierefrei vom Dachboden bis in den Keller runter“, betont Fichtler. 

Die 80er-Breite ist ausbaufähig, Ziel ist der Meter. Dazu bedarf es einer völlig neuen Konstruktion, „es geht um Millimeter“.  Im Treppenaufgang ist ein Meter Rettungsweg vorgeschrieben. Auf den verbleibenden maximal 1,15 Metern muss der Lift reingebaut werden. Thorsten Fichtler denkt, die Sache demnächst im Griff zu haben. Die potenziellen Kunden warten, nicht zuletzt nach dem Messeauftritt. „Es gibt 400 ernsthafte Anfragen.“

Darum will er die Belegschaft „um mindestens 50 erweitern“. Aktuell zählt sein Firmenverbund im Gewerbe- und Technologiepark Krassow 130 Beschäftigte, die aus der Region – von Warin bis  Wismar, und aus Grevesmühlen sowie natürlich aus Krassow und Umgebung – kommen.

1990 gründete Fichtler mit der Haustechnik GmbH seine erste Firma, „um mein Maschinenbau-Studium an der damalige TU Wismar zu finanzieren. Ich war mit fast 30 der älteste Student, bekam keine einzige D-Mark Bafög“. 1991 kam Zurow Bau GmbH hinzu, 1994 ein drittes Unternehmen. Alle bis heute bestehend, in Krassow angesiedelt und jüngst auf der Münchner Messe vertreten. Eine Mecklenburger Erfolgsgeschichte.

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