Witzin : Weltentdecker erhalten mehr Platz

Mit 28 Mädchen und Jungen zwischen einem und sechs Jahren ist die Kita „Witziner Weltentdecker“ bis auf einen Platz voll belegt, und es liegen weitere Anmeldungen vor. Betreut werden die Kleinen von Kita-Leiterin Jana Ruder (M.) sowie den Erzieherinnen Elke Kauer (l.) und Helga Birkholz.
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Mit 28 Mädchen und Jungen zwischen einem und sechs Jahren ist die Kita „Witziner Weltentdecker“ bis auf einen Platz voll belegt, und es liegen weitere Anmeldungen vor. Betreut werden die Kleinen von Kita-Leiterin Jana Ruder (M.) sowie den Erzieherinnen Elke Kauer (l.) und Helga Birkholz.

Die Witziner Kindertagesstätte wird um sieben auf 36 Plätze erweitert. Die Investition von knapp einer halben Million Euro wird zum Großteil vom Land gefördert.

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31. März 2016, 21:00 Uhr

Die Kindertagesstätte „Witziner Weltentdecker“ kann sich auf Zuwachs einstellen: Die Einrichtung im Gemeindehaus wird um sieben auf 36 Plätze erweitert. Dann stehen 24 für den Kindergarten und zwölf für die Krippe zur Verfügung. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, überbrachte gestern einen Förderbescheid in Höhe von 324 000 Euro aus dem Programm zur integrierten ländlichen Entwicklung MV. Das sind 65 Prozent der
kalkulierten Kosten von knapp einer halben Million Euro. Hinzu kommt eine Kofinanzierung von etwa 87 000 Euro durch das Innenministerium. Für die Gemeinde bleibt somit ein Eigenanteil von ebenfalls ca. 87 000 Euro.


Warteliste für angemeldete Kinder


Eine Vergrößerung der Kita sei „dringend nötig“, sagte Bürgermeister Hans Hüller. Derzeit würden 42 Anmeldungen vorliegen, so dass es eine Warteliste gebe und selbst nach der vorgesehenen Kapazitätserweiterung nicht alle berücksichtigt werden könnten. „Wir haben in diesem Jahr nur zwei Kinder, die in die Schule kommen“, fügte Kita-Leiterin Jana Ruder an. Und in den letzten zwei Jahren seien erfreulich viele junge Familien nach Witzin gezogen. Wobei die Kinder nicht nur aus der Gemeinde kommen, sondern auch aus Ruchow, Woserin, Pastin und Sternberg.

Diese Entwicklung sei vor knapp dreieinhalb Jahren „schwer vorstellbar“ gewesen, räumt Ruder lächelnd ein. Die Volkssolidarität Güstrow hatte die Witziner Kindertagesstätte, in der zuletzt nur noch zwölf Kinder betreut wurden, Mitte Juli 2012 wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Kreisverband Schwerin-Parchim, der von sich sagt, gute Erfahrungen mit kleinen Land-Kitas zu besitzen, wagte zum 1. Dezember des gleichen Jahres einen Neubeginn. Gedacht war an eine familiäre Kindertagesstätte im ländlichen Idyll mit 15 Plätzen. Die Gemeinde zahlte in der Startphase einen Zuschuss für jedes Kind, das die Einrichtung besucht. Anfangs war es lediglich eines, von Leiterin Jana Ruder und Erzieherin Elke Kauer
betreut. Doch lange blieb Zoey nicht allein, und 2014 kam Helga Birkholz als dritte Erzieherin hinzu.

Der Minister zeigte sich beeindruckt von dem „fidelen Dorf“ mit seinen aktiven Vereinen und Bürgern. Er wolle auch noch einmal Dank sagen für die Teilnahme am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, bei dem Witzin hinter Pinnow bei Schwerin und Lohmen den dritten Platz
belegt hat. Aus diesem Grunde habe er den Förderbescheid auch gern persönlich überbringen wollen. Das sei nicht überall möglich. Allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim seien von 2007 bis 2014 11 000 Vorhaben mit insgesamt 443 000 Millionen Euro aus der Eler-Förderung bezuschusst worden, so Backhaus. Die Gemeinde habe seit 2013 für drei Vorhaben insgesamt 294 000 Euro nach der Förderrichtlinie zur integrierten ländlichen Entwicklung erhalten, darunter zur Straßensanierung an der Kirche. Nun gebe es Bauvorhaben für das Dorfgemeinschaftshaus, und die Kita mache den Anfang.

Der Flachbau sei 1968 als Zehn-Klassen-Schule errichtet worden, erinnerte Willfried Thomä als Vertreter der Dörpschaft. Doch schon acht Jahre später kam das Aus für die Schule. In eine Hälfte des Gebäudes zog die Gemeinde samt Kindergarten und Krippe, in die andere der Konsum. Aus diesem Teil wurde eine viel genutzte Skaterhalle.

Was nun die Kita-Erweiterung betreffe, „haben wir uns ernsthaft Gedanken gemacht, was sinnvoll ist und was nicht“, so Bürgermeister Hüller gegenüber dem Minister. Es gebe zwei Varianten –
Anbau oder Einbeziehung des Gemeinderaums. Der Fußboden der Kita, der zwischen den Räumen mehrere Absätze hat, soll erneuert und dabei
eine Fußbodenheizung eingebaut, die Kindereinrichtung auf den „aktuellen technischen Stand“ gebracht werden, beispielsweise in Sachen Schallschutz. Details würden in diesen Tagen besprochen, bevor die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am 21. April das Vorhaben berät und beschließt, wie der Umbau erfolgen soll.

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