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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 17:12 Uhr

Keez : Welcher Hund darf in Badesee?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Beim Ortstermin in Keez schlugen Emotionen hoch.

von
erstellt am 15.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Der Wind pustete kräftig und auch das Wasser im Keezer See schlug Wellen. Hoch her, weil emotionsgeladen, ging es an diesem frühen Abend auch bei einigen der rund 30 Frauen und Männer zu, die zum See gekommen waren – der Brüeler Ausschuss für Umwelt und Tourismus hatte zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen.

In einer Unterschriftenaktion hatten einige Keezer Bürger gefordert, die „jahrelang bestehende Badestelle am Keezer See“ endlich zu einer öffentlichen zu machen. Ihr Vorwurf: Seit längerem werde die Stelle von Hundebesitzern und einer Hundeschule genutzt, um dort mit den Vierbeinern „zu trainieren und diese danach baden zu lassen“, selbst wenn Badegäste anwesend wären. Immer wieder gebe es deshalb Beschwerden von Anwohnern und Badegästen.

Ausschussvorsitzender André Prätorius, der auch Bürgermeister Jürgen Goldberg und Vertreter des Brüeler Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, dazu gebeten hatte, nannte das Ziel des Vor-Ort-Termins: „Wir wollen Fakten zusammen tragen und uns ein Bild machen“. Es gebe zwei verschiedene Seiten, die unterschiedliche Meinungen hätten, erklärte er. Er möchte nichts bewerten, „das können wir dann in den Ausschüssen“, schlug er vor.

Hier würden Leute baden und Leute aus dem Ort kämen auch mit ihren Hunden her. Aber mit mehreren komme nur die Hundeschule, so die Kritik eines Keezers. Wenn mehrere mit ihren Hunden kämen, mache das doch kaum einen Unterschied zur Hundeschule, setzte eine Keezerin dem entgegen.

Auf die Frage, warum das einst hier aufgestellte Schild, das den Platz als öffentliche Badestelle ausgewiesen hatte, wieder entfernt wurde, war zu hören, dass das Aufstellen nicht rechtens gewesen sei. Angemerkt wurde ebenso, dass für eine offizielle Badestelle Kosten, auch Folgekosten anfallen würden. Es gehe um die Sicherheit ebenso wie die Bewirtschaftung. Es gebe vieles zu bedenken. Die Stadt sei zwar für einen Teil zuständig, der 108 Hektar große Keezer See aber Landeseigentum und werde durch einen Fischer bewirtschaftet.

„Wie viele baden hier?“, hinterfragte Prätorius und erklärte, dass die Mehrheit es wollen müsse, dass es eine offizielle Badestelle werde.

Sie gehe mittwochs, donnerstags, freitags und manchmal sonnabends ca. 20 Minuten mit Hunden hierher, erklärte Kerstin Westhoff, Inhaberin der Hundeschule, um ihren Unterricht durchzuführen. Die Vierbeiner würden frei laufen und dann Bälle aus dem Wasser holen. Den Vorwurf, Badegäste dadurch zu belästigen, wies sie entschieden zurück. „Wir sammeln Hundekot weg und auch den Dreck von anderen, zum Beispiel von denen, die hier zelten, weil wir kein Interesse daran haben, dass sich die Hunde darüber hermachen“, so Westhoff.

Bernd Pilz, Mitglied sowohl im Umwelt- als auch im Bauausschuss, brachte den Konflikt zwischen den verschiedenen Seiten auf den Punkt: „Wenn alle anderen mit ihren Hunden gehen, ist das in Ordnung. Wenn die Hundeschule geht, nicht. Wir hätten ein Riesenproblem, wenn wir eine offizielle Badestelle hätten“, erklärte er.

Die Problematik Keezer Badestelle soll nun in den beiden Ausschüssen der Brüeler Stadtvertretung beraten und geprüft werden.

 

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