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DHG Brüel: nur wenig Getreide zu trocknen : Weizen in erstklassiger Backqualität

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Die Bauern freut es: Der Weizen hat Backqualität, und sie müssen weniger trocknen lassen. Doch die Anlage in der Dienstleistungs- und Handelsgesellschaft (DHG) Brüel ist nicht ausgelastet.

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erstellt am 17.Aug.2012 | 10:15 Uhr

Brüel | Es gibt eine Faustregel: Getreide auf dem Halm, das reif und trocken ist, dann aber eine ergiebige Dusche wie gestern abbekommt, verliert hinterher bei Sonne und Wind jede Stunde ein Prozent Feuchtigkeit. Das Stroh trocknet schneller ab, so dass der Mähdrusch wieder möglich wird. Wenn der Landwirt sich dann entschließt anzufangen, hat das Korn allerdings noch eine hohe Feuchtigkeit und muss auf die so genannte Lagergrenze von 14,5 Prozent herunter getrocknet werden. Bei Raps sind es neun Prozent, sonst würde er schimmeln.

"Dieses Jahr kommt aber bedeutend weniger Getreide zum Trocknen als 2011", sagt Klaus Wulfert, Geschäftsführer der Dienstleistungs- und Handelsgesellschaft (DHG) in Brüel. Die Landwirte freue das natürlich, doch die im Sommer 2010 in Betrieb gegangene Anlage, die samt Lagerhallen knapp zwei Millionen Euro gekostet hat, war gar nicht durchgängig ausgelastet. "Eine ganze Weile war es ein Wechselbad der Gefühle. Die Bauern haben alles in Bewegung gesetzt und uns auch, dann kam ein Schauer und es ging nichts mehr. Dieses Spiel hat sich diesen Sommer des öfteren wiederholt", erzählt Wulfert kopfschüttelnd. Als der Regen zur Pause auf den Erntefeldern zwang, war in der DHG sämtliches Korn, das in die Trocknung musste, abgearbeitet. Seit etwa zehn Tagen wird wieder im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, damit Annahme und Trocknung reibungslos laufen. Diese Woche habe es bis gestern richtig geschafft. Wulfert fällt das berühmt gewordene Lied "Wenn nicht jetzt, wann dann?" ein. Dabei seien die Landwirte in einer besonders anstrengenden Zeit. Sie müssten dreschen, aber auch das Stroh vom Feld holen, den Boden bearbeiten und die Flächen neu bestellen, alles zur gleichen Zeit und in einem relativ kurzen Abschnitt.

Bei der DHG liegen derzeit 1000 Tonnen zum Trocknen. Die Anlage schafft pro Stunde 20 bis 25 Tonnen, um das Korn von 19 auf 14,5 Prozent Feuchtigkeit zu bringen. Das geschieht durch Warmluft, die durch das Getreide geleitet wird und dabei die Feuchtigkeit heraus nimmt, alles über Rechner gesteuert. Dieses moderne Verfahren mit indirekter Erwärmung sei kein Vergleich zu früheren Trocknungsmethoden "eher wie in einem Betonmischer".

Mit durchschnittlich 16 bis 17 Prozent sei der Feuchtigkeitsgehalt indes deutlich niedriger als vor Jahresfrist, manches Erntegut sei diese Woche sogar "knochentrocken" mit nur elf bis zwölf Prozent angeliefert worden. "20 Prozent waren das höchste, im Vorjahr bekamen wir Getreide mit einer Feuchtigkeit von 24 und selbst 27 Prozent", erklärt der DHG-Geschäftsführer. Darunter hatte auch die Qualität gelitten; die Landwirte konnten so gut wie keinen Backweizen verkaufen, weil bei dem ständigen Regen das reife Korn auf dem Halm keimte. Das taugte nur noch zum Zermahlen im Futterwerk. Jetzt würde fast nur Elite-Weizen oder Qualität A und B, die ebenfalls Backqualität haben, angeliefert. "Wir sind richtig froh, solchen schönen Weizen auf den Hof zu bekommen. Das zahlt sich für beide aus, für die Landwirte und für unseren Betrieb", so Wulfert.

24 000 Tonnen Körnerfrüchte füllen bereits die Lagerhallen, 8500 Tonnen davon sind Raps, dessen Ernte so gut wie abgeschlossen ist. Etwa 5000 Tonnen Getreide erwartet die DHG noch. In welchem Zustand, hänge vom Wetter ab. "Fünf, sechs gute Druschtage brauchen die Bauern noch, dann dürfte alles rein sein", schätzt Wulfert.

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