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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 05:48 Uhr

Wendorf bei Brüel : Weiter fünf Sterne über Wendorf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Schlosshotel hat die Klassifizierung durch den Hotel- und Gaststättenverband für weitere drei Jahre verteidigt.

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Es liegt abseits belebter Verkehrsadern, beinahe etwas versteckt am Ende der Hauptstraße in Wendorf, die bis vor das Schlosshotel führt. Dahinter erstreckt sich ein gestalteter Park, dem Skulpturen des bei Crivitz lebenden Bildhauers Wieland Schmiedel das gewisse Etwas geben. Das einstige, im Detail sanierte Herrenhaus ist eines von nur sieben Hotels im ganzen Land mit fünf Sternen. Die Klassifizierung durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga MV) wurde für weitere drei Jahre verteidigt. Mit der Urkunde gab es ein neues Schild, das auch das EU-Zeichen trägt.

Für Hotelbesitzer Udo M. Chistée, dem 23 Häuser in seinem Heimatland Österreich sowie in Deutschland, Tschechien und Holland gehören, darunter das jetzige Carathotel mit vier Sternen am Bleicherufer in Schwerin, und der nach seinen Angaben weitere zehn im Bau oder in Vorbereitung hat, sind die fünf Sterne keineswegs heilig. Er sehe die „immer ein bisschen kritisch“, so Chistée gegenüber SVZ.

Das Schlosshotel in Wendorf bei Brüel.
Das Schlosshotel in Wendorf bei Brüel. Foto: rump
 

Gäste erwarten, dass Preis-Leistung stimmt

Denn Hotelkonzepte würden mit Architekten und Designern entwickelt, die Häuser mit teurer Hardware ausgestattet, wenn das Geld da sei, „doch das hilft nicht, wenn der Service damit nicht im Einklang steht“. Ihm wären dann, bekennt der Mann vom Fach, „drei Sterne mit Fünf-Sterne-Service viel lieber “.

Die Investition, die sich für ein Fünf-Sterne-Hotel auf 200 000 bis 300 000 Euro pro Zimmer belaufe, was eher vorsichtig gerechnet sei, verlange einen durchschnittlichen Zimmerpreis um 300 Euro. Sonst gebe es Probleme mit der Rentabilität. Aber Preis-Leistung müssten stimmen, das erwarteten die Gäste zu Recht. Für den entsprechenden Service „brauchen wir die Leute, doch die sind schwer zu bekommen“, sagt der Hotelbesitzer. Er sei froh, dass in Wendorf Sternekoch Marco Röhrs nun seit vier Jahren im Gourmetrestaurant „Cheval Blanc“
tätig sei. Die Küche sei wichtig, „die Gäste wollen sich erholen und gut essen“. Für die fünf Sterne zählen jedoch allein die Ausstattung des Hotels und die Leistungen, die es anbietet, nicht die Qualität von Essen oder Service, erklärt Sandra Radau, die die Klassifizierung im Dehoga-Auftrag vorgenommen hat.

Das Hotel mit neun Suiten im Schloss und zwölf Zimmern in der Residenz sei für ihn was Besonderes. „Es ist einfach schön. Ich freue mich, dass ich es habe.“ Kaufmännisch dürfe er das freilich nicht betrachten. Das noble Haus hat nur etwa ein halbes Jahr von Ostern bis zum Herbst
geöffnet. In der Zeit liege die Auslastung mittlerweile bei 50 Prozent. „Es wächst jedes Jahr.“ Das Hotel sei „ein Geheimtipp, den die Leute schätzen“, hat Chistée festgestellt. „Wer einmal hier war, kommt wieder.“

1220 erstmals als Rittergut erwähnt und bis 1895 genutzt, wurde das damalige Gebäude abgetragen. Auf seinen Fundamenten baute der bekannte Architekt Paul Korff das heutige Schloss, das mehrfach den Besitzer wechselte. Von 1945 bis 2000 war es Kinder- und Jugendheim, blieb dann einige Jahre ungenutzt und verwahrloste, bis Chistée es 2004 entdeckte und mit rund 7,5 Millionen Euro sanierte. Dazu dienten Originalpläne, nach denen auch Terrasse, Pavillon und Park neu entstanden. Was Letzteren betrifft, habe sich jedoch zwei Jahre später der Forstbetrieb bei ihm gemeldet und moniert, dass der Wald hinter dem Haus verschwunden sei. Dem Österreicher, der das mit Jahren Abstand gern zum Besten gibt, wurden 30 000 Euro Strafe aufgebrummt plus Auflage zur Wiederaufforstung einer Fläche.

Auch eine Pferdesportarena ist entstanden. Und Chistée hat in Wendorf weitere Pläne. Doch die seien noch nicht spruchreif.

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