Warin : Weihnachtsfiguren aus Bienenwachs

Ayana Völzow, mit Mütze, gießt das heiße Wachs in eine Silikonform unter Anleitung der freien Dozentin und Imkerin Rita Klammer (M.).
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Ayana Völzow, mit Mütze, gießt das heiße Wachs in eine Silikonform unter Anleitung der freien Dozentin und Imkerin Rita Klammer (M.).

Premiere im Wariner Haus der Zukunft: Brüeler Imkerin Rita Klammer hatte die Ausgieß-Formen aus Weimar mitgebracht.

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19. Dezember 2013, 16:30 Uhr

Weihnachtliche Motive aus dunkelgelb farbigem Bienenwachs legte Rita Klammer auf dem Tisch aus. Darunter Engelfiguren, Weihnachtsmänner, Schäfchen, Herzen und Äpfel. Die Imkerin goss gemeinsam mit Kindern im Wariner „Haus der Zukunft“, traditionelle Weihnachtsfiguren aus Bienenwachs. Das war eine Premiere. Noch nie vorher hatte die Brüelerin diese Formen zum Ausgießen gehabt. Diese hatte Rita Klammer vom Weimarer Bienenmuseum mitgebracht, als sie zur dritten Bienenfachschultagung weilte, bei dem es einem Workshop mit Wachs gab.

„Das Museum wurde vom Hochwasser überrascht. Der Teil , wo die Figuren lagerten, war in Mitleidenschaft gezogen. Der alte Kunststoff, aus dem die Figuren waren, war sehr anfällig, sie waren verschmutzt. Der andere Teil, mit dem man schon öffentlich arbeitete, war in Ordnung, weil er woanders lagerte. Ich hatte als Hilfsaktion angeboten die Formen mit nach Brüel zu nehmen, um neue Kunststoffguß-Formen herzustellen. Innerhalb eines Tages hatte man Abdrücke von den über 100 Formen geschaffen, die ich mitnahm. Ein Drittel davon sind Weihnachtsmotive. Es ist eine Kooperation entstanden. Wir können nun die Figuren ebenfalls formen und so einer breiten Öffentlichkeit zeigen, was man sich früher an den Christbaum hängte“, erzählte die 57-Jährige.

Bevor die Kinder selber gestalterisch tätig werden konnten, erfuhren sie, wie der Bienenwachs entsteht und dass er sehr wertvoll ist, da er viel weniger produziert wird als Honig und ein sorgfältiger, sparsamer Umgang nötig ist.

Während Fenja, Tanja, Joel, Ayana, Mo-Mavin, Emely, Sarah und all die anderen bereits fertig gegossene Äpfel mit Acrylfarbe bemalten, stellte Birgit Jepsen, Betreuerin im Haus der Zukunft und Rita Klammers Schwiegertochter, den festen Bienenwachs auf Herdplatte und in den Backofen, damit er flüssig wird.

„Die Kinder sind der beste Multiplikator für Wissen. Während sie mit Produkten der Biene arbeiten, erfahren sie gleichzeitig Wissenswertes von dem Insekt, dass es schon viel länger als die Menschen gibt. Spielerisch die Natur erlebbar machen. Das ist mein Ansinnen als freie Dozentin, Natur- und Landschaftsführerin und Imkerin. An diesem Thema habe ich meinen Lebensinhalt gefunden und dabei viele tolle Menschen kennen gelernt. Außerdem gehören für mich backen und basteln in die Vorweihnachtszeit hinein. Darum habe ich mich entschieden, das Wachsprojekt mit den Wariner Kindern zu starten, was im nächsten Frühjahr auch für Erwachsene weitergeführt wird. Dann mit anderen Figuren“, so die ehemalige Lehrerin.

Mittlerweile war das Bienenwachs geschmolzen und gussfertig. Vorsichtig nahm jedes Teilnehmerkind den Topf mit der heißen Masse in die Hand. Langsam fließend goss Sarah Koppenhagen die gelbliche Masse in eine Form. Tanja Prüter tat es ihr gleich, Laura Berendt und Emely Engel, die für ihre Tante einen Weihnachtsanhänger gestalteten wollte.

Nun mussten die Formen aushärten. In der Zwischenzeit konnten die jungen Teilnehmer andere Weihnachtsfiguren bemalen, die Rita Klammer mitgebracht hatte. Auch Bundesfreiwilligendienstlerin Carola Heise beteiligte sich am Wachsprojekt. Sie hob farblich die Muster aus den Formen hervor. „Ich finde diese vorweihnachtliche Bastelei sehr gelungen. Mit dem Verschenken der selbst gestalteten Motive kann man Freude bringen“, fand die 32-Jährige. „Das Anmalen hat am meisten Spaß gemacht“, sagte Melissa Kathöwer, die ihre Motive für den Tannenbaum zu Hause mitnahm.

Das „Haus der Zukunft“ am Wariner Markt bietet kreative Nachmittage für die Kinder von 14 bis 19 Uhr an , außer donnerstags, war von Birgit Jepsen zu erfahren.


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