Kamelhof Sternberger Burg : Weihnacht bei Kamel, Elch und Wolf

Nicht nur Kamel Juri fühlt sich als Teil der Familie: „Die Tiere vertrauen uns so, dass wir alles mit ihnen machen können“, sagt Jens Kohlhaus.  Fotos: Katja Frick
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Nicht nur Kamel Juri fühlt sich als Teil der Familie: „Die Tiere vertrauen uns so, dass wir alles mit ihnen machen können“, sagt Jens Kohlhaus. Fotos: Katja Frick

Besuch auf dem Kamelhof Sternberger Burg. Familie Kohlhaus hat über 2018 hinaus große Pläne: Ab Mai begehbares Wolfsgehege

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27. Dezember 2017, 20:45 Uhr

Der Legende nach ritten die Heiligen Drei Könige auf Kamelen zum Jesuskind, um ihre Geschenke zu überbringen. Grund genug für die SVZ nachzusehen, wie es ihren höckrigen Kollegen mehr als 2000 Jahre später im kalten und verregneten Deutschland am zweiten Weihnachtsfeiertag ergeht: „Unsere Kamele kommen aus der Wüste Gobi. Da sind um diese Zeit minus 50 Grad“, klärt Jens Kohlhaus vom Kamelhof Sternberger Burg auf. „Das heißt, die fühlen sich hier gerade pudelwohl.“ Diesen Eindruck vermittelt auch Juri. Der Kamelhengst fängt im Freigehege an zu laufen und zu springen, als er Jens Kohlhaus entdeckt, das sieht nach purem Frohsinn aus. „Der freut sich, weil er denkt, wir machen einen Ausritt“, sagt Jens Kohlhaus liebevoll. Diesmal wird es damit nichts, die Kohlhaus-Söhne Max und Benjamin holen das Kamel nur für ein Foto aus dem Gehege. Von Oktober bis Ostern hat der Kamelhof eigentlich geschlossen, aber in der Saison kann auf den Kamelen geritten werden. „Und mit allen unseren Tieren machen wir geführte Wanderungen“, erklärt Jens Kohlhaus. „Unser Motto ist: Natur entdecken mit Bewegung und Tieren.“ Und von diesen gibt es so einige auf dem Hof mit exotischen Haus- und Nutztierrassen. Neben Kamelen, Elchen und Wölfen sind das Dromedare, Trampeltiere, Lamas, Alpakas, Rentiere, Wasserbüffel, Bisons, Strauße, Nandus, Emus, Chinasittiche, verschiedene vom Aussterben bedrohte Schaf- und Ziegenrassen sowie Ponys - insgesamt über 300 Fell- und Federträger. 2018 wird noch eine Eselherde hinzu kommen.

„Heu, wie immer“, antwortet der vierzehnjährige Max lächelnd auf die Frage, ob die Kamele zu Weihnachten besonderes Futter bekommen haben. Er und seine Geschwister Benjamin (11) und Maja (8) mussten an den Weihnachtstagen ebenfalls wie immer beim Füttern der Tiere helfen. Als die SVZ wissen will, ob ihnen das denn noch Spaß mache, wofür andere Kinder ihre gesamte Barbie- oder Pokemón-Sammlung hergeben würden, zögern die drei, doch dann erklärt Max bestimmt: „Ja, das macht schon noch Spaß!“ Ob es Maja allerdings Spaß gemacht hat, der strengen Ermahnung ihres Vaters Folge zu leisten und das Stroh wieder wegzufegen, welches sie verspielt auf den Gang im Stall mit den Ziegen, Schafen und Ponys geworfen hatte, sei dahingestellt ...

Auch sonst unterscheidet sich der Alltag der Familie von denen anderer, zum Beispiel, worüber sie sich so freuen. Im Elchgehege, das 2017 eingerichtet wurde, kommen uns Merle und Björn entgegen. Im Gerangel, wer als erstes an den mitgebrachten Futtereimer darf, verpasst die Elchdame dem vier Monate jungen und viel kleineren Björn mehrere Hiebe mit ihren Hufen - und die gesamte Familie Kohlhaus freut sich. „Merle konnte bis vor zwei Tagen nicht mehr richtig stehen, weil ihre Hufe zu schnell gewachsen sind. Dadurch konnte sie sich nicht gegen Björn wehren, der immer frecher wurde“, erläutert Papa Kohlhaus. Als Weihnachtsgeschenk wurden Merle die Hufe beschnitten, nun kann sie Björn in die Schranken weisen.

Seit drei Jahren betreibt Kohlhaus den Kamelhof und er hat noch viel vor: „Die Zukunft ist Jurassic Park, nur ohne Dinosaurier. Unterhaltsames Lernen in Themenwelten“, meint der gelernte Zoofachhandelskaufmann. 2018 wird das neue Wolfsgehege entsprechend eingerichtet, dann soll jedes Jahr eine neue Welt dazu kommen.

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