Uran in Brüeler Brunnen : Wasserschutzpolizei ermittelt weiter

Das Grundwasser für die Trinkwasserversorgung wird aus rund 36 Meter Tiefe gefördert.
Das Grundwasser für die Trinkwasserversorgung wird aus rund 36 Meter Tiefe gefördert.

Die Uranwerte in Hauswasserbrunnen sind weiter erhöht - der Brunnen Nr. 8 in Brüel bleibt gesperrt.

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01. April 2015, 07:01 Uhr

Zur Trinkwassersituation in Brüel und seinen Ortsteilen hatte es auf der Brüeler Stadtvertretersitzung in der Vorwoche Anfragen bzw. Informationen gegeben. Stadtvertreterin Nadine Borawski erklärte, dass die Hausbrunnen in Neu Necheln erneut durch das kreisliche Hygieneamt beprobt worden seien. „Die Uranwerte haben sich noch einmal erhöht“, erklärte sie. Es werde nötig, gemeinsam mit der mea Maßnahmen zu ergreifen, so wie es auch der Landkreis gefordert habe, erklärte daraufhin Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg.

Wie SVZ berichtete, waren bei einer Untersuchung des Grundwassers in einem Hauswasserbrunnen in Necheln erhöhte Uran-Werte festgestellt worden. Ein Brunnen wurde gesperrt, aus fünf würden sich die Familien gegenwärtig nicht mit Trinkwasser versorgen.

An den Umweltausschuss gab es eine Nachfrage zu dem mit dem Pflanzenschutzmittel Bentazon belasteten Trinkwasserbrunnen Nr. 8 auf dem Gelände des Brüeler Wasserwerks. Hier  gebe es keine neuen Erkenntnisse, so die Antwort.

SVZ erfuhr auf Nachfrage von der  mea Energieagentur MV GmbH (mea), die die Aufgaben der Wasserversorgung in Brüel wahrnimmt, dass für den mit Bentazon belasteten Trinkwasserbrunnen Nr. 8   Proben vom Februar 2015 einen Messwert von 0,48 Mikrogramm je Liter aufweisen. Damit liege der Wert noch immer über dem für Bentazon zulässigen Höchstwert.„Wir halten uns weiter an die Auflage, dass Wasser des betroffenen Brunnens nicht bzw. auch nicht verdünnt zu verwenden. Brunnen 8 ist nach wie vor außer Betrieb“, erklärt Torsten Hinrichs, mea-Geschäftsführer.

Die mea als Betreiber des Wasserwerkes habe nach Feststellen der Verschmutzung des Trinkwassers im November 2014 bei der zuständigen Wasserschutzpolizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet, antwortet Dr. Diana Kuhrau,  Pressesprecherin der Wemag-Unternehmensgruppe auf die Frage, was unternommen werde, um den Verursacher zu ermitteln. „Es wird mit Hochdruck nach der Schadstoffeintrittsquelle gesucht. Die Untersuchungen, die möglicherweise auch Rückschlüsse auf den Verursacher zulassen, führt die Wasserschutzpolizei und liegen nicht in unserer Zuständigkeit“, sagt Hinrichs. Aufgabe der mea sei es, für die sichere Trinkwasserbereitstellung zu sorgen und dieser komme sie  nach: über zwei weitere Brunnen, die reines Wasser liefern. „Sie stehen unter strenger Beobachtung, die Messwerte liegen unterhalb des Grenzwertes. Das Rohwasser aus den  Brunnen entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung und ist damit für die Trinkwasserverwendung geeignet. Es kann ohne Sorge verwendet werden“, führt Hinrichs  aus. Das Grundwasser wird aus ca. 36 Meter Tiefe gefördert.

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