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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 21:07 Uhr

Warin : Wasser marsch bei der Fischtreppe

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Wariner Millionenprojekt wurde zum dritten Mal geflutet. Die Betonarbeiten sind abgeschlossen, die Steuertechnik für Wehr und Bediensteg fehlen noch.

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 17:38 Uhr

Dienstagvormittag in Warin: Die seit Mitte Februar im Bau befindliche Fischtreppe an der alten Wariner Wassermühle wird geflutet. Der Wasser fließt mit ziemlicher Geschwindigkeit durch die 38 Riegel und 37 Becken von jeweils mindestens 45 Zentimetern Tiefe. Der Höhenunterschied pro Riegel beträgt maximal acht Zentimeter, ansonsten wäre die Fließgeschwindigkeit für die Fische zu hoch. Beim Projekt muss zwischen dem Glammsee und dem Großen Wariner See ein Höhenunterschied von 3,20 Metern ausgeglichen werden.

Die Flutung der Fischtreppe ist bereits die dritte seit dem 3. Oktober. Doch auch diesmal bleibt’s noch beim Probelauf. Demnächst muss der Mühlenbach unterhalb der Brücke über die Bundesstraße 192 erneut angestaut werden, damit die Fischtreppe sowie das Tostbecken nochmals trocken gelegt werden können.

Das neue Wehr befindet sich zwar schon an seinem Bestimmungsort, „doch noch fehlt der Antrieb zur Bedienung. Darum ist vorm Wehr erst einmal ein Notverschluss eingesetzt“, erläutert Hartmut Ristow von der Malchiner Firma Stahl- und Hydroanlagenbau GmbH. „Das Wehr bauen wir ebenso ein wie den Bediensteg“, ergänzt sein Kollege Peter Klafft. Gestern waren beide jedoch erst einmal damit beschäftigt, mühlenseitig das neue, blau angestrichene Brückengeländer anzuschweißen.

Für den Einbau des Wehrs sowie den Bediensteg veranschlagt Andrea Döring „ein, zwei Wochen. Als Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Obere Warnow mit Sitz in Warin ist sie die Auftraggeberin der Fischtreppe.

Dennoch ist zu merken: Es herrscht Endspurtzeit. Gestern wurde bereits Mutterboden aufgebracht auf dem Gelände neben der Fischtreppe – im Bereich, wo der Stahlspundbohlen-„Bandwurm“ von 129,5 Metern Länge in den Mühlenbach übergeht.

Vergangenen Freitag hatten Bauarbeiter eine Betonwand für die Dammbalkenverschlüsse hin zum alten Turbineneinlauf der unter Denkmalschutz stehenden historischen Wassermühle gesetzt. „Die Betonarbeiten sind mit der Woche beendet“, so Döring gegenüber SVZ.

Zum Baustart nannte sie als „wagen Fertigstellungstermin Ende September oder Oktober“. Jetzt ließ sich Andrea Döring auf keinen Übergabetermin festnageln, zumal im Bürgersteig auch noch die Leitungen der Telekom und Stromkabel verlegt werden müssen.

Doch lange dürften Forelle und Co. nicht mehr drauf warten müssen, um auf ihrer Wanderung in den Neuklostersee den neuen „Lift“ in Warin zu besteigen. Ob und wie viele Fische ihn tatsächlich nutzen werden, soll 2015 eine so genannte Effizienzkontrolle ergeben. Mit bloßem Auge, so Döring, entdecke man Fische in solch einer Treppe nur höchst selten.

Samt neuem Wehr verschlingt das Projekt in der Zwei-Seen-Stadt eine Kostensumme von geplanten 1,35 Millionen Euro. Das Ganze wird finanziert zu 90 Prozent aus Mitteln der EU und vom Land MV. Laut EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen bis spätestens 2027 alle „relevanten Gewässer“ ab einem Einzugsgebiet von 10 km2 durchlässig für Fische sowie allerhand Kleingetier sein.

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