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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. Oktober 2017 | 03:58 Uhr

Brüel : Wasser bleibt mit Bentazon belastet

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Brüeler Trinkwasserbrunnen seit einem Jahr gesperrt.

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 23:21 Uhr

Auch ein Jahr, nachdem in einem von drei Trinkwasserbrunnen auf dem Gelände des Brüeler Wasserwerkes mit dem Pflanzenschutzmittel Bentazon verunreinigtes Wasser festgestellt wurde, gibt es keine Entwarnung. Proben vom September  2015 zeigen für den belasteten Brunnen Nr. 8 einen Messwert von 0,45 Mikrogramm Bentazon je Liter (Februar 2015: 0,48 Mikrogramm/Dezember 2014: 0,35 Mikrogramm).

Damit liegt der Wert nicht nur weiterhin  über dem für Bentazon zulässigen Höchstwert von 0,1 Mikrogramm  je Liter, sondern ist zum Dezember vergangenen Jahres  sogar leicht angestiegen.

 „Wir halten uns weiter an die Auflage, das Wasser des betroffenen Brunnens nicht zu verwenden, auch nicht verdünnt. Brunnen 8 ist nach wie vor außer Betrieb“, erklärt Torsten Hinrichs, Geschäftsführer der mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH, auf SVZ-Nachfrage.

Wie SVZ berichtete, hatte die mea als Betreiber des Wasserwerkes nach Feststellen der Verschmutzung  im November 2014 bei der zuständigen Wasserschutzpolizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Im Mai 2015 hatte die Staatsanwaltschaft Schwerin erklärt, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt ist. „Leider ist es nicht gelungen, einen Verursacher zu ermitteln. Eigene Ermittlungen anzustellen, fällt nicht in unsere Zuständigkeit. Wir müssen uns daher weiterhin allein der Problematik stellen und Lösungswege entwickeln“, sagt Hinrichs.

Er spricht von Plänen, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden eine Versuchsreihe durchzuführen, in der Bentazon auf oxidativem Wege vollständig zerstört werden soll. Die Erprobung des technischen Verfahrens soll im November beginnen. „Wir sind zuversichtlich, dass binnen zwölf Monaten ein Ergebnis vorliegt, ob diese Methode hier Anwendung finden kann“, so Hinrichs. Alternativ prüfe die mea die Möglichkeit, einen neuen Brunnen zu bauen, die  deutlich kostenaufwendigere Variante. „Allein die Kosten für die nötigen Erkundungsbohrungen liegen bei 30 000 Euro, der Bau des Brunnen selbst mit einer Endteufe von ca. 150 Metern würde Kosten von insgesamt 150 000 Euro bedeuten“, sagt der mea-Geschäftsführer, der auch nicht verhehlt, dass das  Ergebnis ungewiss sei.

Seit Bekanntwerden der Verunreinigung  entstünden etwa 400 Euro Mehrkosten im Monat, die von der mea übernommen  würden. „Sie  werden nicht als Umlage an die betroffenen Bürger weitergeben“, verspricht Hinrichs. Ziel sei  weiterhin, die Belastungen der Bürger so gering wie möglich zu halten.   Die Versorgung der betreffenden Haushalte  sei  über die beiden anderen Brunnen sichergestellt, die reines Wasser liefern. Hinrichs: „Sie stehen unter strenger Beobachtung, die Messwerte liegen unterhalb des Grenzwertes. Das Rohwasser aus diesen  Brunnen entspricht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Es kann daher ohne Sorge verwendet werden“.

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