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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 09:27 Uhr

Sternberg : Was tun, wenn ein Räuber die Schafe reißt?

vom

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2013 | 05:54 Uhr

Sternberg | Bisher ist kein Fall aus dem Sternberger Seenland bekannt, dass Wölfe Nutztiere wie Schafe gerissen haben. Von 2007 bis 2012 gab es in Mecklenburg-Vorpommern 15 durch Wölfe verursachte Schadensfälle, teilt das Landwirtschaftsministerium mit. Dabei wurden 95 Tiere getötet und 29 verletzt. Die vom Land beglichene Schadenssumme beläuft sich bislang auf etwa 25 000 Euro. Darüber hinaus sind in dieser Zeit in acht Fällen Präven tionsmaßnahmen seitens des Landes mit einem Gesamtvolumen von etwa 15 000 Euro gefördert worden.

Für die Gewährung von Zuwendungen zur Vermeidung oder Minderung von wirtschaftlichen Belastungen durch wild lebende Wölfe ist in der Ausgabe des Amtsblattes für Mecklenburg-Vorpommern vom 2. April 2013 eine Förderrichtlinie (Förderrichtlinie Wolf - FöRiWolf M-V) veröffentlicht worden. Sie trat am 3. April in Kraft. Kernelemente sind Zuwendungen zur Minderung wirtschaftlicher Belastungen bei Schäden an Haus- und Nutztieren, Zuwendungen für Präventionsmaßnahmen sowie Akzeptanz fördernde Maßnahmen. Im Falle von Schäden an Haus- und Nutztieren können Zuwendungen bis zu 100 Prozent der zuwendungs fähigen Ausgaben gewährt werden. Voraussetzung ist, dass das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) oder der vom Land benannte Rissgutachter unverzüglich nach Feststellung des Schadens, in der Regel innerhalb von 24 Stunden, benachrichtigt und durch einen Rissgutachter in einem Protokoll festgestellt wird, dass der Wolf als Schadensverursacher nicht auszuschließen ist, teilt das Ministe rium mit. Darüber hinaus sind Nutztierhalter innerhalb von so genannten Wolfsgebieten angehalten, mindestens den im Managementplan für den Wolf definierten Grundschutz zu realisieren. Eine Karte des Wolfsgebietes soll auf der Homepage des Lung noch innerhalb der laufenden Woche veröffentlicht werden. Nach Ablauf von einem Jahr ab der Veröffentlichung können Schäden an Nutztieren nur noch im Falle eines realisierten Grundschutzes berücksichtigt werden, teilt das Landwirtschaftsministerium mit.

"Ich bin überzeugt, dass die neue Richtlinie zur Gewährleistung eines weitestgehend konfliktfreien Nebeneinanders von Mensch und Wolf beiträgt und die Akzeptanz der Wieder besiedlung Mecklenburg-Vorpommerns durch diese Art erhöht ", betont Landwirtschaftsminister Till Backhaus.

Antragstellungen sind schriftlich bei der jeweils zuständigen Naturschutz behörde vorzunehmen. Bewilligungsbehörden sind das jeweilige Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft sowie in den Großschutzgebieten das jeweilige Nationalparkamt oder das jeweilige Amt für das Biosphärenreservat.

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