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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 15:41 Uhr

Groß Raden : „Was macht unser Einbaum?“

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Paddler aus dem Raum Hagenow und dem Amt Neuhaus fanden 2016 uraltes Boot in der Warnow. Jetzt schauten sie im Slawenmuseum Groß Raden nach ihrem Sensationsfund.

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Einen Uralt-Einbaum fanden Ende Juli vergangenen Jahres Paddlerfreunde aus dem Raum Hagenow, dem Amt Neuhaus sowie aus Schwerin und Berlin auf dem Grund der Warnow bei Sagsdorf. „Fuhren damit schon die Slawen?“, fragte  SVZ seinerzeit.

Nun unternahm der Freundeskreis wieder  seine  jährliche Warnow-Tour. Diesmal ging es allerdings mit den Booten vom Kanu-Camp in Sternberger Burg am Sonnabend auf einen anderen Kurs – durchs Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow und bis nach Eickhof.

Das Fundstück liegt jetzt 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche und ist gut zu sehen im Kanal des Museums-Freigeländes.
Das Fundstück liegt jetzt 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche und ist gut zu sehen im Kanal des Museums-Freigeländes. Foto: erge
 

„Und erstmals haben wir auch übernachtet“, erzählt Carina Frenz  aus Hagenow-Heide. „Wir wollten ja sehen, was unser Einbaum so macht.“ Sprach’s und schaute am Sonntagmittag vom Steg aus zusammen mit den anderen 15 Paddlern ins trübe Kanalwasser  auf dem Freigelände des Archäologischen Freilichtmuseums Groß Raden. Das gute Stück befindet sich  gut sichtbar in 30 Zentimetern Tiefe, nachdem immer wieder Besucher gefragt hatten: „Wo liegt denn nun der Einbaum?“ 2016 war er erst einmal zur Konservierung im Grabengrund verschwunden. Nur schemenhaft konnte man erahnen, wo sich das Boot befand.  Jetzt wurde es von Museumsmitarbeitern höher gehievt.

„So schmutzig haben wir es aber nicht übergeben“, scherzt Grit Haubold aus Dellien im Amt Neuhaus beim Blick vom Wallanlagen-Holzsteg auf das vermutlich an die 1000 Jahre alte Boot.  Algen und Schlick haben sich mehr und mehr des Fundstücks bemächtigt, in dem sich auch kleine Fische tummeln.

 René Frenz, der Mann von Carina Frenz, sowie der Delliener Swen Haubold und Mathias Zielke aus Schwerin sind die eigentlichen Einbaum-Entdecker. Da der Planet  damals mächtig drückte, wurde  über die Mittagszeit Rast  am Wiesenufer in der Sagsdorfer Gegend gemacht. Zum Abkühlen ging’s in die Warnow.  Beim Baden wurde dann von Haubold per Fuß ein Gegenstand  ertastet. „Wir dachten erst, es handelt sich um einen alten Baumstumpf oder Koppelpfahl“, so  Zielke. Die Männer tauchten und gingen der Sache im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund.  Nachdem der Einbaum einmal hochgehoben war,  „war der Ehrgeiz bei den Männern geweckt und das Boot mühsam an Land gehievt“, gibt Carina Frenz zum Besten.

Sabine Hennig vom Kanu-Camp setzte dann alle Hebel in Bewegung, um das historische Stück zu retten. Denn an Land, der prallen Sonne ausgesetzt, konnte der Einbaum nicht bleiben. So kam es letztlich zur Versenkung im Kanal des alten Tempelortes. Nachgewiesener Maßen ist es der Erstfund dieser Art im Gebiet des Groß-Radener Museums.

„Das Boot passt hier sehr gut hin“, findet René  Frenz. Nur einen Wunsch hätten die Paddelfreunde noch. „Ein kleines  Schild am Holzgeländer fehlt, mit dem Hinweis: wann und wo und von wem der Einbaum gefunden wurde“, findet  Grit Haubold.

„Nächstes Jahr im  August sind wir erneut da. Wir haben schon gebucht. Und dann geht es auf der Warnow wieder in Richtung Sagsdorf. Vielleicht finden wir dann  ja das kleine Beiboot für Kinder“, flachst Thomas Schopenhauer aus Hagenow-Heide.

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