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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Oktober 2017 | 13:23 Uhr

Warin : Was geschah 1945 in Warin?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zeitzeugen gesucht in Vorbereitung des 70. Jahrestags des Kriegsendes.

Vor einiger Zeit erhielt das Wariner Stadtarchiv sehr interessante Kindheitserinnerungen des Wismaraner Klaus Wulf, dessen Familie von 1943 bis 1945 in Warin Sicherheit vor den Luftangriffen suchte. Die Familie hatte in der Mühlenbruchstraße Unterschlupf gefunden.

Klaus Wulf erzählt unter anderem vom beginnenden Mai 1945, als sie ein gewaltiger Krach aufschreckte. Da standen die Panzer der Roten Armee schon auf den nordöstlichen Höhen vor Warin. Gemäß der Vormarschtaktik bei unbekannter Gegenwehr, schossen sie einen Probeschuss in das besiedelte Gebiet. Gab es keine Geschütz-Antwort, dann zogen sie ein, besetzten den Ort kampflos. Und diese Probe-Granate schlug ein paar Häuser weiter ein, traf den Giebel des „Grälert´schen Hauses“.

Frau Grälert berichtet in ihrer Zeitzeugenaussage, die von Wariner Frauen über diese für sie besonders schwere Zeit im Stadtarchiv vorliegen, dass sie gerade beim Einkaufen gewesen sei, als ihr Haus getroffen wurde, dass die Hausbewohner alle im Keller gewesen seien, so dass kein Menschen zu Schaden gekommen sei. Danach aber, da haben sie das Haus verlassen müssen. Ein russischer Major nahm es als Quartier. Elf Tage lang.

Wo lebten 1945 die Offiziere, wo die Soldaten? Klaus Wulf erzählt von einem „sibirischen Dorf“ in dem Wald am Graupenmühlerweg, oberhalb des Wariner Bauhofes und des Funkturmes. Etwa von der Mitte der Häuser Fischland zieht ein Weg in den Wald, schlängelt sich bis zur nächsten Schneise ostwärts. Hier meint man noch mögliche Standorte von kleinen Holzblockhütten zu erkennen. Oder gaukelt einem die Fantasie etwas vor?

Weitere Zeitzeugen werden gesucht. Denn im Mai 2015 wird an das Kriegsende vor 70 Jahren gedacht. Schön wäre es anlässlich dieses runden Jubiläums eine Dokumentation zu erarbeiten, gegen das Vergessen.





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