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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 19:07 Uhr

Groß Görnow : Warnow liegt jetzt im breiten Bett

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Nach den Niederschlägen der vergangenen vier Wochen führt der Fluss so viel Wasser mit sich wie seit zwei Jahren nicht mehr.

von
erstellt am 17.Jan.2015 | 17:00 Uhr

Teilweise Land unter rechts und links des üblichen Warnowbettes herrscht aktuell im Flussverlauf zwischen der Straßenbrücke vor Groß Görnow und der von Wanderern viel genutzten Holzbrücke im Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal. Durch die ergiebigen Niederschläge vor Weihnachten sowie jetzt im neuen Jahr – besonders zwischen 8. und 13. Januar – führt der Strom eine Wassermenge mit sich wie schon seit zwei Jahren nicht mehr.

83 Zentimeter maß am Montag (letzte Messung) der Lattenpegel im Durchbruchstal Groß Görnow, der seit Ende April 2012 die Flachstellenwerte der Warnow zwischen den Straßenbrücken in Sternberger Burg und Eickhof anzeigt. Und an der Holzbrücke bei Groß Görnow hat der Fluss gar die Ausmaße eines kleinen Sees angenommen – die bei Paddlern so beliebten Stromschnellen samt den Steinen verschluckt.


Umgestürzte Buchen liegen direkt im Fluss


Für Bootsfreunde, Anfang Dezember wurden immerhin noch 20 Paddler gezählt, gibt es derzeit freilich ein anderes, problematischeres Hindernis. Die Sturmtiefs „Elon“ bzw. „Felix“ haben auf der Sternberger Warnow-Seite auf halbem Weg zwischen dem Parkplatz Groß Görnow und der Holzbrücke zwei Buchen umgerissen, deren Stämme sowie Kronen nun nahezu von einem Ufer zum anderen im Wasser liegen und so eine Durchfahrt unmöglich machen. „Das Stalu (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt – d. Red.) als dafür zuständige Stelle ist informiert“, betont Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks Sternberger Seenland in Warin. 83 Zentimeter Wasserhöhe, so hoch stand die Warnow schon lange nicht mehr in dem Abschnitt. Zum Vergleich: Vor einem Monat, am 18. Dezember, waren es noch 48 cm. Nur einmal seit Beginn der Lattenpegel-Messung wurde die jetzige Marke überboten: am 7. Februar 2013 mit 94 cm. (Fast-)Rekordwert vermeldet auch der Warnow-Pegel weiter stromabwärts in Gädebehn (42 cm). Auch dieser Wert wird nur vom Februar 2013 getoppt (47).

Und auch die Warnow-Nebenflüsse haben für ihre Verhältnisse „Hochwasser“. Die Bresenitz, die vom Garder See über den Woseriner See und Bresenitzsee umweit von Neu Woserin weiter fließt in den Nachbar-Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, hat am Pegel Garder Mühle eine aktuelle Wassertiefe von 36 cm (8 cm am 24. November).

Noch viel gravierender ist der Unterschied in der Mildenitz. Der Pegel bei Borkow, der überhaupt erst vergangenen Mai nach dem Nachweis der unter strengstem Naturschutz stehenden Bachmuschel auch in der Mildenitz angebracht worden war, zeigt als jüngsten Wert 42 cm an – gegenüber den null (!) Zentimetern am 11. Dezember 2014.

Das belegt: Die Natur hatte das Nass bitter nötig. Die vermehrten Niederschläge in den vergangenen vier Wochen „tun auf alle Fälle gut. Man braucht sich nur die Monate zuvor anzugucken, die waren allesamt zu trocken“, so Lippke. Dass jetzt auf diversen Wiesen rechts und links der Warnow das Wasser stünde, müsse man, so der stellvertretende Naturparkchef, „nicht so kritisch sehen. Das gibt sich recht schnell wieder.“ Lippke hofft, dass das Wasser jetzt nicht gleich wieder so schnell abfließt und sich die Landschaft z. B. rechts und links der Warnow vollsaugen kann. „Damit wir dann noch im Frühjahr und Sommer davon zehren können.“  

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