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Sommerzeit – Straßenbauzeit : Warins scharfe Kurve verschwindet

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ab 25. Juli sechswöchige Vollsperrung auf der B 192. Größerer Radius für die Bundesstraße anstelle des bisherigen 90-Grad-Nadelöhrs in der Zwei-Seen-Stadt

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erstellt am 06.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Auch für 2016 gilt wieder: Sommerzeit ist Baustellenzeit! Aktuell dürfen sich die Kraftfahrer mit dem MV-Sommerferienbeginn in 19 Tagen u.a. auf sechswöchige Behinderungen auf der Bundesstraße 192 in Warin einstellen.

„Vom 25. Juli bis voraussichtlich 2. September“ werde die 90-Grad-Kurve auf der B 192 in der Wismarschen Straße von Warin entschärft, erklärt Tobias Bremer vom Schweriner Straßenbauamt. Platz für den großzügigeren Kurvenradius auf den dafür benötigten ca. 450 Quadratmetern ist durch eine Freifläche in Privatbesitz vorhanden. Das Straßenbauamt erwarb das benötigte Areal. Pro Tag fahren laut Verkehrszählung 5000 bis 6000 Fahrzeuge durchs Wariner Nadelöhr, darunter 20 Prozent Lkw.


Innerörtliche Umleitung für Pkw und Kleinbusse

Vor den Arbeiten auf der Bundesstraße richtet das Straßenbauamt vom 18. bis 23. Juli die innerörtliche, teils sehr schmale, ca. 150 Meter lange Umleitung durch den August-Cords-Park her. Diese ist nur für Pkw und Kleinbusse passierbar. Letzteres ist laut Bremer „so mit der Verkehrsbehörde abgesprochen“. Die Feuerwehr könne laut Bremer „im Havariefall per Sonderfahrtrecht durch die Baustelle“.

Lkw hingegen müssen in den sechs Wochen großräumig auf der Nordroute ausweichen. Diese wird von Wismar aus über Neukloster, Qualitz, Mankmoos nach Warin führen und umgekehrt. Die bei Straßenbaumaßnahmen in Warin ansonsten stets als offizielle Umleitung ausgewiesene Südvariante von der B 192 (aus Wismar kommend) über Jesendorf, Ventschow bis Cambs (L 101) und weiter auf der B 104 bis Brüel geht diesmal nicht. Das Straßenbauamt erneuert parallel auf der B 104 ab dem 25. Juli die Fahrbahndecke zwischen Brüel und der Kiesgrube Weitendorf.

In Warin wird nicht nur der Kurvenradius verändert, die Straße ab Kreuzungsmitte B 192/L 031 nach Ventschow bis zur Brücke über den Mühlenbach erhält eine neue Binde- und Deckschicht. Zudem müssen der Gehweg und die Straßenbeleuchtung mit versetzt werden. Und es werden mit Blick auf ein dort geplantes Wohngebiet auch dessen Versorgungsanschlüsse gleich mit vorverlegt.

Die Kosten für die Kurvenveränderung auf der B 192 betragen laut Tobias Bremer „250 000 bis 300 000 Euro“, wobei für die Verlegung des Gehwegs und der Straßenlampen die Stadt Warin finanziell aufkommt. Aktuell laufe laut Bremer im Straßenbauamt das Auswahlverfahren, welche Firma den Zuschlag erhalte.

Problematisch werde die Wariner Kurvenverlegung für die Landwirtschaft, erklärte Bauamtsleiterin Anke Mansour vom Amt Neukloster-Warin am Montagabend auf der Bauausschusssitzung der Wariner Stadtvertretung. „Das wird ein bisschen haarig werden. Aber es ist nicht zu ändern“, so Anke Mansour.


Problem für Landwirte
 

Einer der Betroffenen ist die Wariner Pflanzenbau eG mit Sitz in Trams-Ausbau. Deren Geschäftsführer Wolf-Dietmar Vetter sagte gestern gegenüber SVZ: „Unsere Flächen liegen beiderseits von Warin, hier in Trams ist unser Vermarktungsort für den Mähdrusch. Es sind nicht nur die beträchtlichen Umwege von 18 Kilometern, wir können in der Zeit z. B. auch die Mähdrescher nicht umsetzen. So bleiben zwei in Trams und zwei in Mankmoos. Alles in allem kann das für uns ganz schnell zu einer größeren, bis zur sechsstelligen Kostenposition werden. Und das bei den Niedrigpreisen für Getreide. So ein kompliziertes Jahr hatten wir lange nicht mehr“, so Vetter. Er hofft, dass bis 25. Juli wenigstens die Wintergerste abgeerntet ist.

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