Warin : Wariner proben für Krippenspiel

Mädchen und Jungen von der ersten bis zur achten Klasse proben schon fleißig für das Krippenspiel, das am 14. Dezember, dem dritten Advent, in der Wariner Stiftskirche und am Freitag, 19. Dezember, in Nepersdorf aufgeführt wird. Die Leitung hat Pastorin Dorothea Kunert (r.), unterstützt von Erika Schikel (4. Reihe l.) und Jana Kosmala.  Fotos: Rüdiger Rump
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Mädchen und Jungen von der ersten bis zur achten Klasse proben schon fleißig für das Krippenspiel, das am 14. Dezember, dem dritten Advent, in der Wariner Stiftskirche und am Freitag, 19. Dezember, in Nepersdorf aufgeführt wird. Die Leitung hat Pastorin Dorothea Kunert (r.), unterstützt von Erika Schikel (4. Reihe l.) und Jana Kosmala. Fotos: Rüdiger Rump

Anstelle eines Musicals wie in den Vorjahren wird diesmal ein Schauspiel gezeigt. Die Aufführungen sind am 14. und 19. Dezember in der Stiftskirche und in Neperstorf.

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18. November 2014, 17:23 Uhr

„Unerhört!“, rufen die Kinder, die vor den improvisierten Mikrofonständern stehen. „Aber ihr müsst noch mehr Empörung in die Stimme legen“, fordert Dorothea Kunert. Sie leitet im Wariner Pfarrsaal die Proben für das Krippenspiel, das in der Vorweihnachtszeit aufgeführt wird. 15 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur achten
Klasse sind die Darsteller, die Rollen jetzt am zweiten Probentag verteilt.

In den Vorjahren bekamen die Zuschauer ein Musical zu sehen. „Diesmal wollten wir mal was anderes machen. Das kommt auch allen entgegen. Für die Kinder ist es leichter, wenn sie sich aufs Sprechen konzentrieren können und nicht auch noch singen müssen. Beides zusammen hat
ihnen sehr viel abverlangt“, erklärt Kunert. Außerdem habe die Kirchenband, die für die Musicals ganz wichtig war, längere Zeit nicht üben können. Sie werde dann in dem Krippenspiel zwischendurch Musik machen, Weihnachtslieder erklingen lassen, die thematisch in das Stück passen, die Stimmungslage ausstrahlen, etwa wenn die Engel kommen oder Maria und Josef ganz verzagt sind.


Über Aktualität kann jeder selbst nachdenken


Das Krippenspiel heißt „Seht, die gute Zeit ist da“ nach dem gleichnamigen Kirchenlied, das in dem Stück eine große Rolle spielt. Dorothea Kunert hat eine Vorlage umgearbeitet und auf Kinder zugeschnitten.

Mit „Unerhört!“ beginnen die ersten drei Szenen. Die Engel rufen das von verwundert bis abstrus, weil Gott selbst auf die Erde kommt, „das Besondere, was Weihnachten ausmacht“, so Kunert. „Unerhört!“ finden es die Hirten, dass sie niemand bei sich haben will, sie ausgegrenzt werden, außerhalb der Gesellschaft stehen. Doch sie wollen gern dazu gehören. Auf der Welt gehe es aber so ungerecht zu. Und auch von zwei Frauen aus Bethlehem kommt dieses „Unerhört!“. Sie empören sich, dass die Besatzungsmacht sich breit macht, indem sie ihre Gesandten für die Volkszählung schickt, dass sich ein Volk über ein anderes erhebt. Über die Aktualität dieses Krippenspiels könne im übrigen jeder selbst nachdenken.

Gott lässt sich herab. Die Verhältnisse können sich ändern, die Menschen werden einbezogen, an der Krippe des Kindes treffen sie sich. Einige der Kinder waren in den letzten Jahren jedes Mal dabei. Weil es viel Spaß macht, wie Paul Reichert findet. Der Zehnjährige, der in Neukloster zur Schule geht, gibt den Josef. In die Rolle seiner Partnerin Maria ist die gleichaltrige Johanna von der Heyden geschlüpft. Sie habe schon öfter mitgespielt, meist in einer neuen Rolle und diesmal eben Maria.


Texte auswendig lernen und dann spielen


Dorothea Kunert wird von Erika Schikel und Jana Kosmala unterstützt. Letztere steht als Souffleuse zur Verfügung, immer mit der notwendigen Aufmerksamkeit, falls bei einem Akteur der Text wie weggeblasen scheint. Und in diesem Jahr übernehme sie das erste Mal zusätzlich eine Rolle. Nach kurzer Absprache wird es der Stern. „Ich bin von Anfang an dabei. Sonst würde mir wohl in dieser Zeit was fehlen“, so die Warinerin, auch Mitglied im Kirchengemeinderat. Für Sohn Eric, mittlerweile 13 und in der siebenten Klasse, sei es ebenfalls schon das neunte Jahr.

Erika Schikel hätte auch gern mitgespielt, wie sie sagt. Das klappe diesmal leider noch nicht, denn zur ersten Aufführung könne sie wegen eines runden Geburtstages in der Familie, der in Sachsen groß gefeiert werde, nicht kommen. „Ich helfe dennoch gern bei den Proben.“

Die ersten Szenen sind einmal durch. „Dies ist noch einmal eine gemeinsame Probe. Beim nächsten Mal machen wir das nacheinander in Gruppen“, kündigt Dorothea Kunert an. „Bis dahin müsst ihr eure Texte auswendig lernen. Das ist die Grundlage für das Spielen, fürs Schauspielern. Daran arbeiten wir dann, damit aus den einzelnen Szenen eine richtige Geschichte wird“, ermuntert Kunert.

Die Aufführungen sind am 14. Dezember, dem dritten Advent, in der Wariner Stiftskirche und am Freitag, 19. Dezember, in Nepersdorf.

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