Historisch : Wariner Parkgeschichte

Frostige Herbststimmung im August-Cords-Park mit dem Denkmal für die Kriegsopfer 1870/71.
Frostige Herbststimmung im August-Cords-Park mit dem Denkmal für die Kriegsopfer 1870/71.

Vom Englischen Garten zum August-Cords-Park: 1830 war die Gegend zwischen Mühlenbach und Mühlendamm noch ein Feuchtgebiet.

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20. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Als Warin noch kleiner war als heute, da war das Gebiet zwischen Mühlenbach und Mühlendamm (heute Wismarsche Straße) ein Feuchtgebiet. Um das Jahr 1830 herum bemühten sich die Stadtväter um ein neueres, moderneres Stadtbild. Aus dieser Zeit stammt die Anlage des jetzigen Friedhofes und an den Wariner Gärtner Bernien erging der Auftrag, das weitgehend aufgeschüttete Feuchtgebiet in einen Park umzuwandeln. Dem Zeitgeschmack entsprechend entschied er sich für den Stil des Englischen Gartens. Und so hieß der Park dann auch „Englischer Garten“. Der Wariner Chronist Heinrich Beu schreibt in seiner Chronik von 1933, dass der Englische Garten im Jahre 1912 in August-Cords-Park umbenannt wurde.

Der in Warin geborene August Cords (1859 - 1919) brachte es in Rostock als Reeder zu Wohlstand und unterstützte seine Geburtsstadt mit großzügigen Spenden. Dafür verlieh ihm die Stadt die Ehrenbürgerschaft und benannte den Park nach ihm.

Wann die Umbenennung des Englischen Garten erfolgte, bleibt trotz der Aussage von Chronist Beu fraglich. Im Juni 1912 schaltete der Magistrat in der „Wariner Zeitung“ mehrfach die Anzeige, dass das Radfahren im Englischen Park verboten sei. Danach bis zum September 1918 meldet die „Wariner Zeitung“ die Umbenennung nicht. Allerdings fehlt der Jahrgang 1914 im Stadtarchiv. Dann, am 14. 9. 1918 ist in der „Wariner Zeitung“ zu lesen, dass zur „Verschönerung des August-Cords-Parks von Konsul August Cords 5000 Mark gespendet worden sind“ und dass der Magistrat eine Kommission aus einem Magistratmitglied und drei Ausschussbürgern gebildet habe, die ein Projekt dafür ausarbeiten solle.

Die Bezeichnung „Englischer Garten“ hat sich bei Einheimischen lange gehalten. Auch halboffiziell. Als man 1920 über ein Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs diskutierte, beschrieb Bauunternehmer Adolf Ehlers in einem Leserbrief an die „Wariner Zeitung“ einen Standort: „im Englischen Garten, jetzt August-Cords-Park genannt“.
Die Umbenennung des Parks muss zwischen 1912 und 1918 erfolgt sein. Statt 1912 könnte die Umbenennung 1914 erfolgt sein. Da ist Konsul Cords 55 Jahre alt geworden. Und es ist ein Jahr, wo uns die Lokalnachrichten fehlen. Das würde auch erklären, dass uns keine Zeitungsmeldung zur Umbenennung vorliegt. Vielleicht könnte der „Neukloster Bote“, der auch Interessantes über Warin berichtet, von 1914 helfen, die Wissenslücke zu schließen.

Heute erfährt der August-Cords-Park eine Verschönerung. Mit 5000 Mark, wie 1918, wird allerdings heute kaum etwas machbar sein. Und sicher wird in dem Zuge auch der Aufsteller zur Parkgeschichte textlich überarbeitet werden.

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