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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 00:55 Uhr

Warin : Warin will Erholungsort werden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das seit über zehn Jahren beim Sozialministerium schlummernde Antragsverfahren soll belebt werden. 2015 gab es annährend 30 000 Übernachtungen.

von
erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg wird beauftragt, die vorliegende Klimabewertung für Warin zu aktualisieren und die Luftqualität zu beurteilen. Ebenso soll die Lärmimmissionsbelastung auf den neuesten Stand gebracht werden. Das sieht ein auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung gefasster Beschluss vor.

Mit diesen Werten will sich die Stadt wappnen, um das seit über zehn Jahren, ganz genau seit 2005, beim Sozialministerium schlummernde Antragsverfahren als Staatlich anerkannter Erholungsort neu aufzurollen. Liegen die erstellten bzw. aktualisierten Gutachten vor, soll der Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus die weitere Ausarbeitung der notwendigen Unterlagen vornehmen. Die Kosten in Höhe von 3800 Euro müssten als Nachtrag in den Haushalt 2016 oder in den des nächsten Jahres eingestellt werden.

Hier schieden sich in der öffentlichen Sitzung allerdings die Geister. Er sei vom Prinzip nicht dagegen, doch „wenn die CDU-Fraktion so einen Antrag stellt, „muss sie auch sagen, woher das Geld kommen soll. Wir sind am Limit und wollen keinen Kredit aufnehmen, um Darlehenszinsen zahlen zu können“, sagte Hans-Peter Gossel (Für Warin) sorgenvoll. Sabine Wundrak-Geritz (CDU) reagierte: „In unserem Antrag streichen wir 2016; die Kosten werden also in den Haushalt 2017 eingestellt.“ Mit dieser Änderung wurde der Antrag dann einstimmig beschlossen.

Zuvor hatte Gossel noch zu bedenken gegeben, „wenn man das will, muss man sich das touristische Geschehen ansehen und was tun“. Die Brücke am Glammsee falle bald zusammen. Und es sei schwierig, die zur Anerkennung als Erholungsort nötigen Übernachtungszahlen zu erreichen. Außerdem sei „der Einzelhandel am Ende“. In den nächsten Jahren wollten einige Geschäftsinhaber aufhören, hätten aber keine Nachfolger.

Das sei „alles Spekulation“, hielt Hans-Jürgen Cayé (SPD) entgegen. „Wir wissen noch gar nicht, was in dem neuen Antrag überhaupt gefragt ist.“ Die Übernachtungszahlen laufen bei ihm als Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins zusammen. Im Vorjahr stehen
ca. 7200 Anreisen und exakt 29 367 Übernachtungen zu Buche. Dafür standen insgesamt 412 Betten zur Verfügung, bei Mitgliedern des Fremdenverkehrsvereins in Ferienhäusern (159), Ferienwohnungen (18) und Hotelzimmern (25), bei weiteren Vermietern in Ferienanlagen (204) und Ferienhäusern (6). Letztere Angaben wurden durch Befragungen der Vermieter bzw. über das Internet ermittelt und können unvollständig sein.

Diese Bilanz fällt im Vergleich zu 2013, der letzten Erhebung davor, schlechter aus. Da wurden ca. 9000 Anreisen und 40 000 Übernachtungen registriert. Der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins erklärt sich den Rückgang vor allem aus der Insolvenz des Natur- und Freizeitparks Klein Labenz. Den habe zwar Axel Willsch vom Feriendorf „Warnabi“ im Auftrag des Insolvenzverwalters in der Saison 2015 mit betrieben, allerdings nicht mit der vollen Jahreskapazität wie zuvor.

Cayé rechnet damit, dass die Übernachtungszahlen wieder ansteigen. Das schon begonnene Baugebiet für Ferienhäuser am Wariner See, wo von den 20 Baugrundstücken bislang sieben vergeben und eines reserviert ist, sowie Pläne von Investoren auf dem ehemaligen Krankenhausgelände „machen Mut“. Aus der Politik höre man zu oft, was nicht gehe, doch statt ein Vorhaben vorher zu zerreden, sollte versucht werden, mögliche Probleme zu lösen. Was die Neuauflage des Antragsverfahrens zum Erholungsort betreffe, müsse „sicher noch an Feinheiten gestellt werden“, doch erstmal gehe es um eine Willensbekundung, die er „grundsätzlich“ befürworte.

Sie werde dem Antrag „voll zustimmen“, kündigte Barbara Meier (Bürgernahe Wählergemeinschaft) beinahe euphorisch an. „Die staatliche Anerkennung als Erholungsort hat was und wäre gut für Warin. Praktisch sind wir das doch schon.“ Die entstehenden Kosten ließen sich vielleicht über eine Kurtaxe oder ähnliches wieder hereinholen. Diese Möglichkeit konnte sich auch Torsten Ries (SPD) vorstellen. „Wir haben über den Antrag beraten und unterstützen ihn.“

Seine Fraktion gebe ebenfalls ihre Zustimmung, schloss sich Björn Griese (Die Linke) an. „Die Idee, die einmal von den Linken kam, ist eine
Chance für den Tourismus in Warin“, ob eine Abgabe daran hänge oder nicht.

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