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In Eigenleistung Spielgeräte aufgebaut : Warin trifft sich auf dem Schulhof

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Kinder, Eltern und Lehrer hatten sehnlichst darauf gewartet. An diesem Sonnabend wurden nun die Spielgeräte auf dem Hof der Wariner Grundschule aufgebaut. Die Teilnahme der Helfer übertraf alle Erwartungen.

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erstellt am 02.Apr.2012 | 10:18 Uhr

Warin | Kinder, Eltern und Lehrer hatten sehnlichst darauf gewartet, an diesem Sonnabend wurden nun die Spielgeräte auf dem Hof der Wariner Grundschule aufgebaut. Zwei Pavillons mit Bänken, alle vollständig aus Robinien- und Lärchenholz, ermöglichen den Schülern auch bei Schlechtwetter den Gang an die frische Luft. Die große Kletteranlage mit ganz vielen Funktionen und Sitzplatten zum Ausruhen hat eine Länge von acht Metern. Stella-Nova ist ein Karussell, auf dem die Kinder stehen und das sie mit den Armen zum Drehen bringen. Es fördert Balance und Armkraft - und Kommunikation, denn in welche Richtung sich das Karussell bewegen soll, müssen die Kinder unter sich absprechen. Eher unscheinbar wirkt das schräge im Boden stehende

Super-Nova, das eine klassische Karussellfunktion hat, aber eine Vielzahl von Aktionen bietet. Auch über die gilt es sich zu verständigen. "Es ist unser am meisten verkauftes Spielgerät", sagt Stefan Reggentin von der Firma Kompan, ein weltweit führender Hersteller von Spielplatzgeräten mit Hauptsitz in Flensburg. "Die Kinder lieben es. Darauf findet eine ganze Klasse Platz. Super-Nova ist bei jedem Spielplatz dabei, den wir verkaufen", so Reggentin, der in Güstrow zu Hause ist.

Elf Hüpfsteine, deren Abstand die achtjährige Nele aus der zweiten Klasse vorgab, können auch als grünes Klassenzimmer genutzt werden. Und dann gibt es noch drei Jugendbänke, "etwas hippes, ganz modernes", wie Reggentin findet. Die seien auch zum Balancieren geeignet.

38 000 Euro kosten die Spielgeräte insgesamt. Knapp 5900 Euro Fördermittel hat der Schulverein bei Bild hilft e.V. "Ein Herz für Kinder" dafür eingeworben, weitere 1500 Euro kamen von einem Sponsorenlauf hinzu. Den Hauptanteil steuerte die Stadt bei, die 40 000 Euro für den Schulhof in den Haushalt eingestellt hat. Für die Montage durch den Hersteller der Spielgeräte wären 17 000 Euro zu berappen gewesen. Doch diesen Teil übernahmen die Wariner unter fachlicher Anleitung selbst. Ob Antje Maibach vom Schulverein, die stellvertretende Schulleiterin Diana Piehl oder Bürgermeister Michael Ankermann, alle sind überwältigt von der großen Beteiligung an diesem Sonnabend. "Dass sich buchstäblich die ganze Stadt zum Arbeitseinsatz trifft, habe ich noch nicht erlebt", so Ankermann. Dadurch geht der Aufbau zügig voran. "Als heute morgen alles eingepackt vor uns lag, dachte ich, was das wohl wird. Ich war ziemlich beeindruckt, aber das bin ich jetzt noch mehr, was schon geschafft ist", stellt der stellvertretende Bürgermeister Andreas Spriewald in der Mittagspause fest. "Und es macht richtig Spaß."

Der ist Peter Hannemann unschwer anzusehen, gelernter Bau- und Möbeltischler, später Zimmerer und 33 Jahre Formenbauer im Betonwerk Ventschow. "Gelernt ist gelernt", ruft er lachend beim Absetzen der Handkreissäge. Enkeltochter Anna-Maria und Enkelsohn Tristan, Cousine und Cousin, gehen in die dritte Klasse, erzählt der 63-Jährige. Er habe nicht lange überlegen müssen, zu dem

Arbeitseinsatz zu gehen. Von den drei jungen Männern bei den Hüpfsteinen ist Christian Bohnes der einzige Vater. Erstklässler Jonas, sein Sohn, habe noch einige Jahre an der Grundschule vor sich. Christian Klinge und Elmar Pingel sind sich einig, ein gutes Werk für die Stadt und die Kinder zu vollbringen. Und vielleicht haben sie in einigen Jahren, "wenn sich die Richtige gefunden hat", wie Klinge lächelnd sagt, selbst Nachwuchs.

In der Schule kümmern sich Jana Kosmala, Mutter von Eric, der in die vierte Klasse geht, und Vorsitzende der Schulkonferenz, mit Lehrerin Gudrun Ihde und Schulsekretärin Christiane Scheibe um Verpflegung und Getränke, zuerst ein Frühstück und zum Mittag Bockwurst.

"Heute ist für die Kinder und den Schulverein ein schöner Tag", meint Antje Maibach. Nach anfänglichen Querelen um die Gestaltung des Schulhofes sei ein guter Kompromiss gefunden worden. Der Schulverein habe gleich nach dem Umzug der Grundschule in das sanierte Gebäude auch die Außengestaltung ins Auge gefasst. "Eine tolle Sache, dass heute so viele helfen." Diana Piehl freut sich schon mit den Kindern, wenn sie nach den Oster ferien die Spielgeräte das erste Mal in Besitz nehmen.

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