Wamckow : Wanderin zwischen den Welten

Angeregte Gespräche im Gutshaus wurden für ein Foto gern unterbrochen: Liane Römer aus Pinnow, Christel von Walsleben aus Tramm und Dr. Hans Thomas Carstensen. Fotos: ursula prütz
1 von 2
Angeregte Gespräche im Gutshaus wurden für ein Foto gern unterbrochen: Liane Römer aus Pinnow, Christel von Walsleben aus Tramm und Dr. Hans Thomas Carstensen. Fotos: ursula prütz

Kunsthistoriker Dr. Hans Thomas Carstensen stellte in der Wamckower Dorfkirche die Malerin Paula Modersohn-Becker vor.

svz.de von
10. November 2015, 22:01 Uhr

Nach der Sommerpause wurde am Sonntag die Reihe der kulturellen Veranstaltungen in der Wamckower Dorfkirche fortgesetzt. Zum 19. Mal war der Hamburger Kunsthistoriker Dr. Hans Thomas Carstensen zu Gast. Das Interesse für seine Vorträge ist groß. Besucher aus einem weiten Umkreis gehören zum Stammpublikum. Auch dieses Mal war die kleine Kirche wieder brechend voll.

„Ich will immer weiter!“-Paula Modersohn-Becker“, so der Titel des diesjährigen Vortrages des Kunsthistorikers. Paula Modersohn-Becker gilt heute als die berühmsteste Malerin der Worpsweder Künstlerkolonie, doch zu ihren Lebzeiten blieb der frühexpressionistischen Künstlerin die Anerkennung versagt. Dr. Carstensen gab ein anschauliches Bild dieser „Wanderin zwischen den Welten“, zwischen Provinz und Weltstadt Paris, zwischen dem Leben als Ehefrau und emanzipierter Künstlerexistenz. Getrieben von leidenschaftlicher Hingabe an die Kunst, dem Streben nach künstlerischer Weiterentwicklung und Vervollkommnung, stand sie in ständigem Kampf mit der gesellschaftlichen Realität. Als „Malweiber“ titulierte man sie und ihre Worpsweder Künstlerkollegin Clara Westhoff verächtlich, eine selbstständige und unabhängige künstlerische Entwicklung wurde den Frauen in damaliger Zeit nicht zugestanden. Auf Unverständnis stieß auch ihre neue Art zu malen, die auf Wesentliches reduzierte Abbildung der Realität, die konturierten Formen, die ungewohnte Farbgebung.

Dr. Carstensen verfolgte in seinem Vortrag den selbstbewussten Weg dieser jungen Künstlerin gegen alle Widerstände. Früh erkennt sie, dass sie zur künstlerischen Vervollkommnung über den Tellerrand von Worpswede schauen muss.

 


Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Tageszeitung und auf Epaper.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen