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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Oktober 2017 | 17:09 Uhr

Warin : Wallenstein-Eiche soll gefällt werden

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Einer der ältesten Bäume Warins, die so genannte Wallenstein-Eiche am Sportplatz, wird voraussichtlich bereits nächste Woche gefällt. Der tote Baum ist zur Gefahr geworden.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 07:31 Uhr

Warin | Einer der ältesten Bäume Warins, die so genannte Wallenstein-Eiche am Sportplatz, wird voraussichtlich bereits nächste Woche gefällt. Das kündigte Bürgermeister Michael Ankermann am Donnerstagabend in der Stadtvertretersitzung an.

Der Baum ist eingegangen, sagt Ankermann. Und inzwischen offenbar eine Gefahr. Bei einem Fußballspiel von Jugendmannschaften sei Holz herunter gefallen. Nach Untersuchungen durch eine Baumschutzgutachterin und Genehmigung durch die Naturschutzbehörde soll der stattliche Baum jetzt von einer Fachfirma abgenommen werden. Der genaue Termin ist noch offen. Es könnte aber schon Montag losgehen. Wer den als Naturdenkmal ausgewiesenen hölzernen Riesen noch einmal fotografieren will, sollte deshalb sicherheitshalber schon dieses Wochenende nutzen.

Der Baum hat den Namen von einer Legende erhalten: Hier soll der berühmte Feldherr Wallenstein (1583 bis 1634) gelagert haben. Doch das scheint offen. Denn während manche Quellen behaupten, die Eiche sei 1000 Jahre alt, könnte es ebenso sein, dass sie erst nach Wallensteins Tod gepflanzt wurde.

Jan Lippke, stellvertretender Leiter der Naturparkverwaltung Warin, schätzte das Alter der Eiche gestern auf 250 bis 300 Jahre. Doch festlegen will er sich darauf nicht. Genauer ermitteln könnte man das, wenn man nach dem Fällen eine Baumscheibe näher untersucht.

Fakt ist: Die Eiche ist älter als der Wariner Sportplatz. Erst in den 1930er-Jahren wurde das Gebiet, einst als Weidefläche genutzt, trocken gelegt und der Sportplatz angelegt. Einige ältere Wariner Bürger erinnern sich noch, dass die hohle Wallenstein-Eiche in den 1950er-Jahren von innen ausgemauert wurde, um ihr Halt zu geben. Danach erholte sie sich offenbar und grünte weiterhin. Seit einigen Jahren ist der alte Baum allerdings - abgesehen von vereinzelten Blättern - kahl. Ein Wariner erzählte gestern, es könnte an einem trockenen Sommer Anfang der 2000er-Jahre gelegen haben, als es der alte Baum nicht schaffte, seine Wurzeln tiefer in die Erde zu strecken.

Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass das biologische Alter der Eiche erreicht war, so Jan Lippke. Der stellvertretende Leiter der Natuparkverwaltung, der gestern früh von der vorgesehenen Fällung erfuhr, äußerte sich allerdings skeptisch zu der geplanten Radikalkur auf dem Sportplatz. Dass der Baum wegen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden muss, sei noch nachvollziehbar. Nach Lippkes Wissen soll aber sogar noch der Stubben herausgebrannt werden.

Es sei "Schwachsinn", den Baum ganz zu fällen, meint Lippke. Man könnte nicht nur den Stubben, sondern auch den Stamm bis auf eine Höhe von zwei bis drei Metern stehen lassen. Stubben bzw. Stamm würden einen Lebensraum für viele Holzbewohner bieten, beispielsweise für Käfer.

Bürgermeister Michael Ankermann sieht es aber offenbar nicht gern, wenn ein kahler Stamm zwei bis drei Meter in die Höhe ragt: "Ich frage mich, ob das ein schöner Anblick ist", so Ankermann. Wenn solche Bäume im Wald vor sich hinrotten, sei das etwas anderes, Aber am Rande eines Sportplatzes? Der Bürgermeister gibt zudem zu bedenken: "Wir leben mitten in der Natur." Und deutet damit an, dass es rund um Warin sehr viele Lebensräume gibt.

Für Ankermann ist auch klar: Es soll eine Ersatzpflanzung geben. Wo genau, ist allerdings noch nicht klar.

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