Warin : Vorsicht vor giftigen Champignons

Der Karbol-Egerling ist giftig. Bereits Ende Juni waren erste Giftchampignons zu finden.
Der Karbol-Egerling ist giftig. Bereits Ende Juni waren erste Giftchampignons zu finden.

Pilzberater Werner Voß aus Warin hat den Karbol-Egerling schon aus einigen Sammelkörben geholt.

svz.de von
05. August 2015, 21:00 Uhr

Pilzsammler und Küchenmykologen sind derzeit echt enttäuscht, wenn sie aus dem Wald kommen. Die Suche nach den erhofften Speisepilzen wie Pfifferlinge, Steinpilze oder Hexenröhrlinge blieb bei den meisten ergebnislos. Und dabei scheinen die Witterungsbedingungen optimal zu sein. Oberflächlich betrachtet schon, aber es fehlt eine gewisse Beständigkeit an Wärme und Feuchtigkeit. Sonnenschein wechselt mit teilweise Starkregen, der teilweise starke Wind pustet dann die Feuchtigkeit wieder aus dem Boden, die Temperaturen erinnern häufig an den Herbst. Der extreme Wechsel von „warm“ nach „kalt“, mit oder ohne Regen, erfolgt immer nur für kurze Zeit. Pilze mögen dieses Hin und Her nicht.

Meine Ausbeute während der letzten ausgedehnten Exkursion an mehreren Standor-ten fiel entsprechend mager aus: ein Flockenstieliger Hexenröhrling im Jungstadium, ein Apfeltäubling, ein Frauentäubling, zwei Perlpilze, ein Fuchsiger Scheidenstreifling. Sie waren alle gut geeignet für die Pfanne. Eine Reihe von Pfifferlingen, die gerade „das Licht der Welt erblickten“, blieben im Moos. Diese sollten noch „groß“ werden. Bei einem Steinpilz kamen mir Schwarze Wegschnecken zuvor.

An einem Nadelholzstubben fand ich vier Exemplare des ungenießbaren Samt-fußkremplings. Er besitzt einen seitlich gestielten Fruchtkörper, hat einen braunen Hut und gelbliche Lamellen. Der Stiel ist dunkelbraun und auffallend samtig, schön anzusehen und auch angenehm anzufassen aufgrund seiner samtigen Oberfläche.

An Birkenrinde entdeckte ich die ganzjährig vorkommende Vielgestaltige Kohlenbeere, die kissenförmig dicke Krusten bildet und oft übereinander wächst. Der Pilz hat keine Verwendung, er ist Bestandteil im großen Reich der Pilze.

Die wenigen essbaren Pilze wurden mitgenommen und wanderten mit Pfifferlingen, die der Supermarkt anbot, in eine Pfanne. Die heimischen Wildpilze lockerten dabei das Gericht auf und verliehen dem noch einen angenehmen aromatischen Geschmack (Pfifferlinge alleine schmecken in der Regel etwas fade).
Speisepilze waren Mangelware, Giftpilze hatte ich gar nicht entdeckt. Der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz oder auch der Pantherpilz können im Juli schon erscheinen. In diesem Jahr warten auch diese beiden Arten noch auf „bessere Bedin-gungen“.

Bereits Ende Juni waren erste Giftchampignons (anderer Name: Karbol-Egerling) zu finden.

 

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