Golchen : Vormittags geht’s zu den Hühnern

Christine Klingohr füttert gemeinsam mit Lotte und Patricia die Hühner.  Fotos: Roswitha Spöhr
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Christine Klingohr füttert gemeinsam mit Lotte und Patricia die Hühner. Fotos: Roswitha Spöhr

Auf dem Golchener Hof hat der Landkindergarten „De Dörpkinner“ eröffnet

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05. März 2016, 12:00 Uhr

Patricia öffnet die Tür zum Hühnerhaus. Dass das Federvieh ihr entgegen stürmt, macht der Vierjährigen nichts aus. Die Hühner sind eine Station auf der vormittäglichen Tour im Landkindergarten „De Dörpkinner“ auf dem Golchener Hof. „Wir haben vom Landkreis zum 1. Januar die Betriebserlaubnis für zwölf Krippen- und drei Kindergartenkinder erhalten. Der Bedarf ist da“, sagt Christine Klingohr. Betreut werden Mädchen und Jungen zwischen einem und sieben Jahren. Neben den ausgebildeten Erzieherinnen Christine Klingohr, Claudia Buchweiz und Margret Wend wird ab dem 15. März eine weitere Kollegin hinzu kommen. „Wir sind ein großes Team und haben auch noch Unterstützung, dass die Älteren die große Hofrunde mitgehen können“, sagt Klingohr. Sie verweist auf Kinderpflegerin Romy Schmidt, die jetzt eine Ausbildung zur Erzieherin macht und ebenso auf Pferdewirtin und Reittherapeutin Regina Berfelde, die beide zum Golchener Hof gehören.

Der Landkindergarten hat montags bis freitags von 7 bis 17.30 Uhr geöffnet. Nach dem Ankommen, u. a. mit Morgenlied, gibt es in einem extra für „De Dörpkinner“ eingerichteten Bereich im Hotelrestaurant für alle Frühstück. Hier werden sämtliche Mahlzeiten eingenommen. Bei den über den Tag verteilten Angeboten „versuchen wir die meiste Zeit auf dem Bauernhof zu sein“, erklärt Christine Klingohr. Das habe übrigens auch die Eltern gereizt, ihre Kinder in diese Einrichtung zu bringen. Das Konzept gefalle ihnen. „Wir haben in einer ungemütlichen Jahreszeit gestartet und sind trotzdem jeden Tag draußen. Aber jetzt freuen sich alle auf die Sonne.“

Jeden Tag nehmen die Erzieherinnen mit den Kindern eine andere Hofrunde. An diesem Vormittag geht es zu den Hühnern, für die die erst eineinhalbjährige Lotte Körner in einem Körbchen mitbringt und die Eier einsammelt; zu Hängebauchschwein Elfriede, das sich über Brötchen und Äpfel von Patricia freut, und zu den Schafen, wo das erst wenige Wochen alte Lämmchen gestreichelt werden darf. Während sich die Größeren trauen, belassen es die ein Jahr alten Zwillinge Ben und Anna beim Zugucken. Ein anderes Mal bekommen dann die Katzen, Hunde, Schweine, Ponys... Besuch.

Im Frühjahr soll ein Bauernhofgarten mit Hochbeeten nur für „De Dörpkinner“ angelegt werden, den die Mädchen und Jungen unter Anleitung bestellen. „Wir wollen Gemüse ernten und einen Salat machen oder aus Mohrrüben Saft“, kann sich Klingohr gut vorstellen. Entstehen soll auch ein eigener Kinderbauernstall. „Wir sind mit den Eltern intensiv im Gespräch. Wir wollen den Bauernhof entdecken und das Leben, wie es ist“, nennt Christine Klingohr den pädagogischen Ansatz.

Dass derzeit erst elf Plätze belegt sind, sei nicht problematisch. So könne das Team in die Kindergartenarbeit hineinwachsen. Und es gibt mehrere Anmeldungen. „Ich komme aus diesem Bereich. Es war immer mein Wunsch, hier etwas mit Kindern zu tun. Wir sind darüber ganz glücklich“, sagt sie.

Dagmar Laugwitz von der Warnon Landwirtschaftliche Dienstleistungsgesellschaft mbH in Kaarz, mit der eine Kooperation besteht, überrascht Lotte, Patricia, Ben und Anna an diesem Tag mit einem Traktor inklusive Anhänger, der gleich ausprobiert wird. „Kindergartenzeiten müssen in einer touristisch und landwirtschaftlich geprägten Region flexibel sein“, erklärt sie. „De Dörpkinner“ reagiere darauf. Nur zwischen Weihnachten und Neujahr sei zu und man wolle, sagt Klingohr, einmal eine Einrichtung werden, die an sieben Tagen geöffnet hat. Ein Angebot für Eltern, die am Wochenende arbeiten müssen.  

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