Häven : Vorgehensweise kritisiert

Brandenburgerin verärgert / Ordnungsamtschef: Machen unseren Dienst

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14. April 2020, 05:00 Uhr

Renate Richter hat ihren Hauptwohnsitz in der brandenburgischen Uckermark. Weil sie im Schweriner Klinikum arbeitet, ist sie auch jetzt regelmäßig in unserer Region unterwegs. Ihren Wohnwagen hat sie in Häven aufgestellt. Dass sie aufgrund ihres Autokennzeichens jetzt kontrolliert werde, könne sie nachvollziehen, sagt Renate Richter am SVZ-Telefon. Mehrmals sei das schon durch die Polizei geschehen. Doch wie sich jüngst das Sternberger Ordnungsamt ihr gegenüber verhalten hätte, sei eine „Frechheit gewesen“. Ohne sie nach dem Grund ihres Aufenthaltes zu fragen, sei „ein Zettel hinter den Scheibenwischer gelegt worden. Im der Straße zugewandten Fenster ist gut sichtbar eine Arbeitgeberbescheinigung befestigt, die ausweist, dass ich mich vor Ort aufhalten darf“. Sie könne nicht verstehen, warum nicht an die Tür geklopft und zwei Minuten gewartet worden sei. Dann hätte der Sachverhalt schnell geklärt werden können. So aber werde sie „auf dem Zettel wie ein Straftäter behandelt mit Androhung von mehreren Wochen Gefängnis.“

Auf SVZ-Nachfrage erklärt Eckardt Meyer, Leiter des Sternberger Ordnungsamtes, dass seine Mitarbeiter nicht davon ausgegangen seien, dass in dem Wohnwagen jemand wohnt. „Unsere Mitarbeiter haben den Auftrag, wenn sie nicht eindeutig erkennen, dass es sich bei einem Fahrzeug mit fremden Kennzeichen um einen Firmenwagen handelt, ein Schreiben anzubringen, in dem auf die Verordnung der Landesregierung im Zusammenhang mit Corona hingewiesen wird. Wir machen nur das, was uns vorgeschrieben wird. Wir sind nicht glücklich damit“, so Meyer. Die Vorgehensweise seiner Mitarbeiter als Frechheit zu bezeichnen, dagegen verwahre er sich.

Mit einem Anruf beim Leiter des Ordnungsamtes habe sie dann nur kurze Zeit später ihren Aufenthalt erklären können, so Richter. Die Arbeitgeberbescheinigung habe sie gefaxt. Weil ihr durch Telefonate, Briefverfassen und Faxorganisieren aber ein Aufwand enstanden sei, habe sie den gegenüber dem Ordnungsamt berechnet. Sie scheue sich auch nicht, den Vorfall einem Anwalt zu übergeben. Verärgert ist Renate Richter auch darüber, dass sie am Folgetag um 9.15 Uhr von Eckardt Meyer angerufen worden sei, obwohl er gewusst hätte, „dass ich in der Klinik nachts arbeite“.

Daran habe er bei seinem Anruf nicht mehr gedacht, sagt Meyer gegenüber SVZ. „Und wenn jemand uns mit einem Anwalt kommen will, unterstützen wir das sogar und stellen die Beweiskette zur Verfügung.“

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