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Vom Euro und T€uro : Vor 15 Jahren kam die neue Währung

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Seit 1. Januar 2002 gibt es in Deutschland den Euro: Sternberger erinnern sich zurück und berichten von ihren Erfahrungen.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Mit dem Jahreswechsel von 2001 zu 2002 gab es in Deutschland eine neue Währung: den Euro. Seit seiner Einführung sind heute 15 Jahre vergangen. Hierzulande wird er häufig als „T€uro“ bezeichnet. Der Vorwurf: Der Euro sorgt für kräftig steigende Preise. Sternberger erinnern sich zurück und berichten von ihren Erfahrungen.

Heidi Radtke, Regionalleiterin der Volks- und Raiffeisenbank eG, weiß aus Gesprächen mit den Kunden in der Filiale am Sternberger Markt, dass sich viele nach der D-Mark und dem Pfennig zurücksehnen. „Man hört oft, dass die D-Mark besser war, weil es höhere Zinsen gab“, sagt Radtke im SVZ-Gespräch und erklärt: „Doch das hängt nicht mit der Währung zusammen, sondern mit der gesamten wirtschaftlichen Situation.“

Sie könne sich noch genau an die Währungsreform erinnern. „Das war damals eine aufregende Zeit. Automaten mussten umgestellt und die Zählmaschinen der neuen Währung angepasst werden, weil die Scheine ja andere Maße hatten“, erzählt Radtke. Zudem wurden in so genannten „Starter-Kits“ die ersten Euro-Münzen an den Bankschaltern verkauft. Für 20 Deutsche Mark erhielt man damals 10,23 Euro in kleinen Plastiktüten. „Die waren aber gar nicht so gefragt wie vermutet“, sagt sie.

Bis Ende Februar konnte man gleichzeitig noch mit D-Mark bezahlen. Auch auf den Kontoauszügen war der Betrag in D-Mark und Euro ausgewiesen. Das sollte den Umtauschprozess etwas entzerren.

„Ältere Kunden kommen hin und wieder noch mit alten Überweisungsscheinen, teilweise noch aus D-Mark-Zeiten, in unsere Filiale, um Überweisungen zu tätigen“, sagt Radtke. Die können natürlich nicht mehr verwendet werden.

Finden Verbraucher heute noch alte D-Mark-Bestände, können sie diese nach wie vor in Euro umtauschen. „Meist wird das Geld beim Aufräumen, bei Wohnungsauflösungen, bei Umzügen oder in alten Reisetaschen entdeckt“, sagt Radtke. Der Umtausch sei kostenfrei und zeitlich wie in der Höhe unbegrenzt möglich.

„Allerdings müssen wir ihnen leider sagen, dass das nur noch bei Filialen der Deutschen Bundesbank in Schwerin oder Rostock geht“, sagt sie.

Martin Bouvier, Leiter der Touristinformation Sternberg, veranstaltete an Silvester 2001 zusammen mit Michael Schwertner eine Party in der Stadthalle Brüel. „Jeder Gast bekam am Einlass ein Glücksschwein mit einem Geldstück geschenkt“, erinnert er sich. Das Geldstück war ein Glückspfennig. „Eigentlich hatten wir einen Glückscent vorgesehen, aber die Bank hat sich nicht darauf eingelassen, weil die Einführung ja erst am 1. Januar war“, sagt Bouvier. Auch galt bis zum Ende der Party noch der D-Mark-Preis bei den Getränken.

Die Währungsreform von D-Mark zu Euro sei für Bouvier nicht so „ein gravierender Schritt“ gewesen, wie die von Ost-Mark zu D-Mark im Juli 1990. „Da hat sich nicht nur die Währung verändert, sondern das ganze Leben überhaupt. Westgeld für Alltagsdinge wie Lebensmittel auszugeben, daran musste ich mich erst gewöhnen“, erzählt er.


Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit
 

Ein halbes Jahr vor der Euro-Einführung hat sich die Finanzverwaltung Sternberg auf die neue Währung vorbereitet. „Die Finanzsoftware auf den Computern musste umgestellt und Mitarbeiter geschult werden“, erinnert sich Kämmerer Reinhard Dally. Mithilfe des Finanzprogrammes werden unter anderem der städtische Haushalt erstellt und Rechnungen bezahlt. Heute könne er sich sogar die D-Mark-Werte anzeigen lassen. „Das ist hilfreich, wenn wir noch Fördermittelabrechnungen aus D-Mark-Zeiten bekommen“, sagt er.

Natürlich sei es schon eine große Umstellung gewesen, jedes Mal umzurechnen, um zu wissen, wie viel ein Produkt nun kostete. Für Dally sei der Euro aber eine Erleichterung. „Reist man ins europäische Ausland nach Italien oder Österreich, gibt es eine einheitliche Währung. Man muss nicht mehr Geld tauschen.“ Und den Vorwurf, dass der Euro vieles teurer gemacht hat, kann Dally nicht unterstreichen: „ Ich habe das Gefühl, dass beispielsweise Elektrogeräte wie Fernseher günstiger geworden sind.“

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