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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. Oktober 2017 | 02:18 Uhr

Brüel : Von weit hinten noch an die Spitze

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Organisatoren des 7. Stadtfestes waren selbst überwätigt: Für alle 200 quietschgelben Enten wurden Paten gefunden. Die Nummer 165 der neunjährigen Leonie erreichte als Erste das Ziel.

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erstellt am 01.Jun.2014 | 17:48 Uhr

Einen besseren Auftakt hätte es für das 7. Brüeler Stadtfest kaum geben können. Bei herrlichem Sonnenschein strömten die Besucher Freitagabend an den Mühlenbach zum 1. Brüeler Entenrennen. Selbst die kühnsten Hoffnungen der Organisatoren wurden übertroffen: Alle 200 quietschgelben Gummitiere fanden Paten und gingen mit registrierter Startnummer auf die etwa 250 Meter lange Strecke.

Bei der Registrierung kommen Silke Aselmeyer, Gabriele Getter und Heike Wiechmann selbst mit ihren flinken Händen nicht nach. „So habe ich das letzte Mal vor dem Mauerfall angestanden“, sagt Margit Benthin lachend, die Enten mit den Nummern 80 und 62 in den Händen. Mindestens 80 soll ihr Mann werden, und sie habe mit 62 ihre 45 Arbeitsjahre für die Rente zusammen.


Mit zwei leeren Flaschen Test auf dem Mühlenbach


Jörg Benthin ist gebürtiger Wariner und in Brüel aufgewachsen. Er ging mit Reiner Bukow von der ersten Klasse an gemeinsam zur Schule, mit dessen Ehefrau Veronika ab der dritten Klasse. Benthins sind bei den Blankenbergern zu Besuch. Sie zogen 1991, als die Wismarer Werft radikal abgebaut habe, wie andere der Arbeit hinterher, über Bochum nach Unna, wo sie seit zehn Jahren leben. Die beiden Ehepaare verloren sich nicht aus den Augen. Sie telefonieren miteinander und besuchen sich zu Jubiläen. Nun wollen die Blankenberger ihren Gästen einmal zeigen, wie in Brüel das Stadtfest gefeiert wird.

„Ich hätte nie damit gerechnet, dass es so einen Andrang gibt“, sagt Michael Schwertner, Initiator des Entenrennens. Der Brauch komme vor allem aus Süddeutschland; hier in der Region veranstaltet Witzin so ein Spektakel. „An einem Sonntag ganz früh kam mir die Idee, dass wir das beim Stadtfest machen könnten“, so Schwertner. Am Vormittag
habe er mit zwei leeren Flaschen gleich einen Test auf dem Mühlenbach gestartet. Und: Das sollte klappen.

Die 165 von Leonie Schöneweiß schwimmt anfangs weit hinten, doch dann gibt sie Gas. Auch Sabrina Bednarzik, die Mutter der Neunjährigen, verfolgt gespannt das Geschehen. Eingreifen kann vom Ufer aus niemand. Nur die Rennentenhelfer vom Angelverein Roter See dürfen die Gummitiere, die im Schilf oder an Zweigen festhängen, einen kleinen Schubs geben. Sie sollen eine zweite Chance haben, erklärt Moderater Michael Schwertner auf seine lustige Art.

Kurz vor der Zielgeraden gibt es einen klaren Spitzenreiter, dem ein ganzer Pulk folgt. Dann passiert es. Die Ente vorn gerät ungünstig in die Strömung und wird an den Rand getrieben. Jetzt ist der Weg frei für die Verfolger. Leonies Ente mit der Nummer 165 schwimmt als Erste ins Ziel. Und das ist die weitere Reihenfolge bis Platz sieben: 92-77-45-151-158-164. Die Organisatoren haben sich wegen der überwältigenden Beteiligung kurzfristig entschlossen, die sieben schnellsten Enten, statt ursprünglich fünf, und die drei lahmsten statt zwei zu prämieren. Die Patenschaft für eine Ente kostete drei Euro. Die gesamte Einnahme wird in Form von Gutscheinen wieder ausgeschüttet. „Wir wollten was für die Kinder machen und kein Geld damit verdienen“, so Schwertner. Super, dass Kinder dann auch die ersten Plätze belegen, freut sich der Ideengeber.

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