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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 02:37 Uhr

Warin : Von klein auf naturverbunden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Julia Marx aus Friedrichswalde absolviert seit 1. Juli im Naturparkzentrum Sternberger Seenland einen Bundesfreiwilligendienst.

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Sie besetzt überwiegend die Information und entlastet somit die Ranger, hat aber auch schon bei Veranstaltungen geholfen. Julia Marx absolviert seit dem 1. Juli für ein Jahr einen Bundesfreiwilligendienst (BFD oder Bufdi) im Naturparkzentrum Sternberger Seenland in Warin. „Meine ersten Tage waren super und ich habe viel erlebt. Ich war mit den Naturparkrangern draußen unterwegs und habe Einblicke in deren Arbeit bekommen“, erzählt die 29-Jährige im SVZ-Gespräch.


Von der Großstadt in die Heimat zurück


Die in Glasin Geborene habe einen „bunten Lebenslauf“, wie sie verrät. Nach dem Abitur 2007 am Gymnasium „Am Sonnenkamp“ in Neukloster zog es die junge Frau zum Studium nach Berlin. Doch in der Bundeshauptstadt gefiel es ihr nicht. „Die Anonymität und das Großstadtleben war nicht meins. Dort habe ich mich verlassen und einsam gefühlt.“ Sie kehrte zurück nach MV. Erfüllte sich in der Heimat ihren Traum, im Wald zu leben. Mit ihrem Partner und Hund wohnt sie in einem kleinen Häuschen in Friedrichswalde, einem Ortsteil von Blankenberg. Hier beobachte sie Schmetterlinge, lausche Vogelstimmen und betrachte Eidechsen. Im Garten hat sie eine Bienenweide angelegt und Kartoffeln angepflanzt. „Ich erforsche gerade meinen grünen Daumen“, sagt sie und lacht.

Schon von klein auf ist Julia Marx naturverbunden. „Als Familie haben wir oft Aktivurlaub gemacht, waren zelten und wandern. Waren tagsüber draußen. Das hat sich eingeprägt“, erinnert sie sich. So habe sie nach dem Schulabschluss mit dem Gedanken gespielt, Forstwirtschaft zu studieren. „Viele haben mir aber wegen der schlechten Berufsaussichten abgeraten und ich habe mich beeinflussen lassen. Das war ein Fehler“, bedauert Marx.


Im Naturpark werden junge Leute gesucht


Einen Monat war sie ohne Arbeit. Eine Ausbildung zur Gärtnerin hat sie nicht beendet. „Bernd Fügert aus Penzin hat mir erzählt, dass im Naturpark immer junge Menschen gesucht werden. Also habe ich mich spontan vorgestellt und es hat geklappt“, freut sie sich. Ohne Vorbereitung trat sie die Stelle an. Dafür sei leider keine Zeit gewesen. Sie habe eine freundliche Art und arbeite sehr engagiert, das sei an dem Platz ganz wichtig, bescheinigt Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks. Der Naturpark sucht immer Interessenten für ein Jahr, möglichst aus Warin und Umgebung. Fachwissen werde nicht verlangt, sagt Lippke. Viel mehr komme es darauf an, dass die- oder derjenige „offen und aufgeschlossen ist“.

Denn Besucher kämen selten mit Fachfragen ins Naturparkzentrum, sondern wollten eher was zu der Region wissen, von Ausflugszielen über Gaststätten bis hin zu Einkaufsmöglichkeiten. „Kartenorientierung und der Umgang mit großen Gruppen sind Herausforderungen für mich“, gibt Marx ehrlich zu. Stelle doch mal jemand eine Fachfrage, helfe ein Ranger mit Rat und Tat. Momentan genießt Marx die Sammlung an Erfahrungen am Einsatzort Naturpark Sternberger Seenland.

Der Bundesfreiwilligendienst schärfe ihren Fokus auf die Dinge, mit denen sie sich in Zukunft beschäftigen will: Umweltbildung. „Mein Arbeitsweg führt mich etwa vier Kilometer durch den Wald. Da liegt überall Müll auf dem Boden. Dass Menschen unsere Landschaft so verschmutzen, macht mich nachdenklich“, sagt sie. Sie wolle aufklären und so einen Beitrag für den Erhalt naturbelassener Räume in der Region leisten. Den ersten Schritt hat sie bereits selbst getan. So fährt sie jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit.

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