Weitendorf : Von Kleidung über Spielzeug bis Ural-Gespann

Sie geht gern mal auf Schnäppchensuche – in Weitendorf bietet nun Christin Behrens (mit Töchterchen Clara) genauso wie Irene Grüneberg (l.) einiges aus zweiter Hand an.  Fotos: Rüdiger Rump
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Sie geht gern mal auf Schnäppchensuche – in Weitendorf bietet nun Christin Behrens (mit Töchterchen Clara) genauso wie Irene Grüneberg (l.) einiges aus zweiter Hand an. Fotos: Rüdiger Rump

Die Gemeinde Weitendorf veranstaltet den ersten Flohmarkt. Es geht um Taschengeld für Enkelkinder oder ein fernreisetaugliches Motorrad mit Beiwagen.

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14. Mai 2017, 23:00 Uhr

Premiere auf dem Weitendorfer Sportplatz: Die Gemeinde veranstaltete am Sonnabend ihren ersten Flohmarkt. Ab 8 Uhr bauten die Ersten ihre Stände auf, dann kamen weitere dazu. Einwohner aus Weitendorf, anderen Ortsteilen und der Umgebung nutzten die Gelegenheit, gut erhaltene Dinge, die sie nicht mehr benötigen, aber in gutem Zustand sind, zum kleinen Preis anzubieten.

Asta und Stefanie Hansen aus Sülten würden, wie sie sagen, nicht woanders hinfahren, um was zu verkaufen. Aber „weil das nun in der Nähe ist“, hätten sie sich entschlossen, erklärt Asta Hansen. Die Einnahmen sollen das Taschengeld der drei Enkelkinder aufbessern, die derweil auf dem Platz Fußball spielen. Es sind zwei Jungs von Tochter Stefanie und von dieser ein Neffe: Jan-Luca (13), Jan-Erik (9) und Leon (10). Ein kleines Fahrrad geht für 15 Euro weg – fünf Euro für jeden Enkel.
Bücher, Spiele, Trucks warten noch auf Kaufinteressenten. Alles sei gut erhalten und viel zu schade, irgendwo einzustauben oder auf den Müll zu wandern, meinen die Frauen.

Auch Dorothea Behrens aus Weitendorf und Tochter Christin, die jetzt in Sternberg wohnt, haben gemeinsam einen Stand. „Es ist immer was übrig. Und ich gehe selbst gern mal stöbern, um Schnäppchen zu finden“, erzählt die junge Frau. Zu Kinderflohmärkten nehme sie selbst weitere Wege bis nach Rostock in Kauf. Clara sei jetzt ein Jahr und dreiviertel. „Gerade Kindersachen sind oft wie neu, weil die Kleinen so schnell herauswachsen. Und sie sind teuer, wenn man sie im Geschäft kauft, genauso wie Spielzeug“, so Christin Behrens. Sie finde auf Flohmärkten jedes Mal was. Und nun sei es eben mal umgekehrt, dass sie verkaufe.

Irene Grüneberg lebt in Schwerin, ist jedoch in Weitendorf aufgewachsen und nun eigens gekommen. Sie sei aber auch sonst oft hier, bei den Eltern und ihrer Schwester, Bürgermeisterin Andrea Sielaff. Diese bietet vor allem Kleider an, „alle selbst getragen und nicht aus meinem Laden in Sternberg“, betont sie. Dieser Flohmarkt sei ein Anfang, „wir gehen ganz locker heran und sehen, was daraus wird“, so die junge Bürgermeisterin.

Was es wohl auf keinem andern Flohmarkt gibt, offeriert der Weitendorfer Ronald Schmunk – ein Ural-Gespann, Baujahr 2000. Das Motorrad mit Beiwagen sei für die deutsche Wehrmacht entwickelt worden, „ein richtiges Eisenschwein“, die Russen hätten später die Lizenz erworben. „Ich habe seit meiner Fahrerlaubnis ein Motorrad, öfter mal gewechselt und mehrere Typen durch“, erzählt der Weitendorfer. Im Vorjahr habe er sich das Gespann zugelegt, es damit probiert und er sei begeistert. Ebenso seine Frau, „die immer mal im Beiwagen sitzen wollte“. Er sei so richtig „auf Geschmack gekommen“ und wolle nun ein Gespann
haben, das „fernreisetauglich“ sei. Die jetzige Maschine mit 36 PS sei im Gelände ideal, längere Strecken dauerten mit nur 80 km/h aber zu lange. Und wenn er das Ural-Gespann durch ein moderneres Gefährt ersetzt habe, trenne er sich wohl auch von seiner Chopper, einer 1500er Suzuki.

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