Schulpatenschaft : Von Indiana nach Neukloster

Schüler der Fishers High School in der Fischerscheune am Hochseilgarten Neukloster, eingeladen von Bürgermeister Frank Meier (6.v.l.). Fotos: Roland Güttler
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Schüler der Fishers High School in der Fischerscheune am Hochseilgarten Neukloster, eingeladen von Bürgermeister Frank Meier (6.v.l.). Fotos: Roland Güttler

22 Schüler und zwei Lehrer der Fishers High School bei Indianapolis weilten für 20 Tage bei ihrer Partnerschule „Am Sonnenkamp“.

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28. Juni 2016, 20:45 Uhr

Von Fishers nach Neukloster – für 22 Schüler der Fishers High School im US-Bundesstaat Indiana und zwei Lehrer wurden die vergangenen 20 Tage zu einer Reise von „Big USA“ nach „Little Europe“. Da die 84 000-Einwohner-Stadt Fishers samt eigenem Flughafen; hier das kleine, beschauliche Neukloster.

Wenn man die acht als erste (Einwohner-)Zahl bei Fishers streicht, kommt man exakt auf die Bevölkerung von Neukloster. Fishers, faktisch eine nördliche Vorstadt von Indianapolis, der Hauptstadt des Bundesstaats Indiana, verzehnfachte in den vergangenen 20 Jahren seine Einwohnerzahl und ist ein gut situiertes Gebiet mit nur 2,9 Prozent Arbeitslosigkeit.

Bis Sonntag weilten die jungen Amerikaner an ihrer deutschen Partnerschule, dem Gymnasium „Am Sonnenkamp“ Neukloster, nahmen am dortigen Unterricht teil. Ausnahmen bildeten die Exkursionstage nach Schwerin, Hamburg, Lübeck und Berlin (drei Tage). Gewohnt wurde bei Gasteltern in Warin, Allwartshof, Neukloster, Zurow, Nevern, Bad Kleinen, Hohen Viecheln, Steinhausen, Alt Farpen, Lübberstorf und Gamehl.

Kurz vor Abschluss ihres Germany-Trips hatte Bürgermeister Frank Meier in die Fischerscheune eingeladen und fragte die jungen Gäste, ob sie sich hier wie in einem Museumsdorf vorkämen? Eine Antwort blieben die US-Boys und -Girls schuldig. Stattdessen berichteten sie, dass „es hier viel mehr Bäume und Fahrräder gibt.“ Megan (16), die bei Gastfamilie Schmuhl in Warin wohnte, hob gegenüber SVZ „die Seen, die Natur und alles ist sehr ruhig“ hervor.

Auch Kritisches wurde angemerkt. Brye (16), die ebenfalls in Warin ihr Zuhause auf Zeit hatte, benannte „die technische Ausstattung am Gymnasium. Die Wartezeit im Internet dauert lang, manchmal sieben Minuten“. Das kennen Brye und die anderen von ihrer bestens ausgestatteten High School nicht. „Jeder Schüler nutzt dort täglich selbstverständlich WLAN, Laptop oder Tablet“, ist die Erfahrung von Lehrer Jürgen Milde. An der Einrichtung in Neukloster, erbaut 1904 als Aula-Gebäude für das Großherzogliche Lehrerseminar und nach der Wende 1992/93 großzügig umgestaltet und modernisiert zum Gymnasium, gibt es aktuell nach wie vor Probleme, etwa schnelles Internet durch das dicke alte Gemäuer zu bekommen. Dafür liegt Neukloster in Sachen Geschichte vorn, 2019 steht die 800-Jahr-Feier an; Fischers gibt es seit 1802. Und auch diese Erfahrung bringen Megan, Brye & Co aus Neukloster mit: ihren ersten Döner! So was gibt’s bisher in den USA nicht…  


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