Warin : Von Fischen keine Spur

Auch dieser sehr junger Mann fragt sich: Warum heißt diese Straße Fischland?
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Auch dieser sehr junger Mann fragt sich: Warum heißt diese Straße Fischland?

Ein Straßenname in Warin verlangt Erklärung: Diese ist in der Zeit vor 1930 zu suchen, in der noch das Amt Warin bestand.

svz.de von
27. März 2014, 17:52 Uhr

Straßen zu benennen, scheint nicht einfach zu sein. Es gibt Namen, deren Sinn zu bald überholt ist, wie zum Beispiel Neue Straße. Andere Namen bedürfen im fortschreitenden Vergessen schon recht bald einer Erklärung. Dazu gehört der Straßenname Fischland.

Fern vom Wasser, am Ortsausgang Warins in Richtung Blankenberg am sandigen Hang des Zwingberges gelegen. Also von Fischen keine Spur.

Die Erklärung dieses Namens ist in der Zeit zu suchen, in der noch das Amt Warin bestand. Ländereien des Amtes und der Stadt waren streng getrennt.

Das ging soweit, dass das Gelände der Amtsfischerei in der Fischerstraße eine Enklave im Stadtgebiet bildete und deren Bewohner so etwas wie die „doppelte Staatsbürgerschaft“ hatten. Sie zählten als Amtspersonen und auch als Stadtangehörige.

Und eben diese Fischer waren dort, wo heute die Straße Fischland ist, auf damaligem Amtland ihre Ackerflächen zugewiesen. Fischerland eben. Die Stadt Warin erwarb nach Auflösung des Amtes diese Liegenschaften um 1930 vom Land Mecklenburg zur möglichen Erweiterung der Stadtbebauung.

Wo einst die Fischersleute Kartoffeln, Kohl und Runkelrüben anbauten, ist heute dort eine frisch gepflasterte Straße, sind freundliche Einfamilienhäuser, sind dazu gehörende Gärten. Wer denkt da noch ans ehemalige Fischerland…







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