Wendorf : Von Adligen und Alleen

Aus der Wendorfer Chronik von Ernst-Otto Westendorf: Auf Pergamentpapier sind alle Bäume, die 1945 im und um das Dorf standen, eingezeichnet. Über die Kopie einer Flurkarte gelegt, zeigen sich die Alleen, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, Albrecht Lass-Adelmann.
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Aus der Wendorfer Chronik von Ernst-Otto Westendorf: Auf Pergamentpapier sind alle Bäume, die 1945 im und um das Dorf standen, eingezeichnet. Über die Kopie einer Flurkarte gelegt, zeigen sich die Alleen, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, Albrecht Lass-Adelmann.

Der Heimatverein Wendorf erhielt eine vom ehemaligen Lehrer Ernst-Otto Westendorf verfasste Ortschronik.

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19. April 2017, 05:18 Uhr

Die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Wendorf hatte für alle Beteiligten eine Überraschung parat: Zwischen dem Bericht des neuen Vorstands und einem Vortrag über die Aktivitäten des Bibers wurde dem Verein eine handschriftliche Ortsgeschichte überreicht, die die Zeit vom Mittelalter bis 1945 umfasst und die bereits vorhandene Chronik ergänzt, die der Heimatverein angelegt hat und weiter geht bis in die Gegenwart.

Verfasser ist Ernst-Otto Westendorf, der bis in die 90er-Jahre als Lehrer in Wendorf tätig war und heute mit 87 in Crivitz lebt. Seine Nichte Doris Lange aus Pinnow übergab die Chronik zusammen mit einem Gemälde Westendorfs, das den ehemaligen Schnitterkaten am Mühlenteich zeigt. Darin befindet sich heute das Kunstmuseum „Die Dachbodenbande – das andere Spielzeugmuseum“.

In jahrelanger Kleinarbeit in Archiven und am eigenen Schreibtisch ist ein Werk entstanden, das zusammenfasst, was sich über die Geschichte des Ortes in Erfahrung bringen lässt. Präzise, was historische Quellen betrifft, flüssig im Erzählstil und wunderbar zu lesen, was auch an der sorgfältigen Handschrift des Verfassers liegt. Hätte in Schönschrift eine Eins verdient.

Die eigentliche Wende nahm der Ort, als 1904 der preußische Premierleutnant Iwan von Mackensen das Gut erwarb. Es entstand bis 1910 eine hochmoderne Dorfanlage, die in Mecklenburg ihresgleichen suchte: mit repräsentativem Herrenhaus, auch Schloss genannt, und Parkanlage, mit landwirtschaftlichen Gebäuden und Arbeiterdorf, und alles auf dem damals neuesten Stand. Auch in der Dorfstraße gab es jetzt fließend Wasser in den Häusern.


Ausführlich in der Tageszeitung und per ePaper.

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